Montag, 16. Januar 2012

Mal eine Frage....

....an meine homosexuellen Freunde und Freundinnen. Und ich meine das jetzt nicht böse, sondern ich trage diese Frage schon lange mit mir herum.

Warum bitte sind so viele Homosexuelle so excessiv mit den Mitteilungen über ihre Bettgeschichten?

Gerade in letzter Zeit ist es wieder extrem. Bei Facebook kann ich kaum einen Tag auf meine Seite gehen, ohne dass der Eine mitteilt mit wieviel Männern er gerade im Bett ist. Oder der Andere postet einen nackten Muskelmann nach dem anderen.

Und die jungen Lesben Anfang der 20er, jeden zweiten Tag haben sie eine neue große Liebe, die dann in allen Einzelheiten in ihrem Sex Können beschrieben wird. Am dritten Tag ist sie dann die Böse, die sie verarscht hat. Und dann geht es am vierten Tag wieder mit einer Anderen los.

Warum sind Schwule und Lesben nur so schrecklich mitteilungsbedürftig, was ihr Sexualleben angeht? Ich meine bestimmte Heteros machen das auch. Aber das sind dann eher die etwas einfach gestrickten Gemüter. Meine schwulen Freunde, von denen ich das lese, sind eher gebildet und intelligent.

Woran liegt das? Ist bei Homosexuellen der Sex wichtiger als die wirkliche Liebe? Oder liegt das an der scheinbaren Anonymität des Internets?

Ich frage das wirklich nicht, weil ich es verurteile. Jede/r soll nach seiner eigenen Fasson glücklich sein dürfen. Ich verstehe es nur nicht. Es wirkt so oberflächlich auf mich.

Und damit komme ich gleich zu meiner zweiten Frage. Warum müssen Schwule immer gleich ihre sexuelle Ausrichtung mitteilen? Wenn ich einen Menschen mag und ihn zu meinen Freunden zähle, ist es mir doch egal was er im Bett macht. Ich geh doch auch nicht gleich beim Kennenlernen hin und sage: Hallo, ich bin Hexe und ich bin hetero. Es reicht doch, wenn man irgendwann mal den Freund oder die Freundin kennenlernt und dann ist es eben so.


Kommentare:

Rubinengel hat gesagt…

Ich bin hetero, habe aber viele Homosexuelle Freunde. Es gibt viele verschiedene Schichten, die einen die sehr dezent mit ihrer Sexuallität, die anderen die bewußt provozieren wollen. Das findet sich auch bei Heteros es fällt nur keinem mehr so wirklich auf.
Es gibt auch eine sehr eingeschworene Gemeinde, die Heteros (fast) verurteilen.
Warum Homosexuelle sich oft auch gleich als solche Vorstellen? Das liegt daran, das viele Heteros noch Hemmungen haben und unsicher sind. Du selbst formulierst deine Frage mit vielen Entschuldigungen. Wenn ich mich offen darstelle, dann bin ich zum einem weniger angreifbar und der gegenüber bekommt ein ungezwungeres Gefühl.
Ich stelle mich übrigens mittlerweile sehr schnell als Autistin vor, warum? Natürlich können die Menschen sich auch so ein Bild von mir machen, aber es ist vielleicht nicht das richtige was sie von mir wahrnehmen. Es fragt ja keiner nach dem Grund meines Verhaltens.
viele liebe Grüße Rubinengel

Svenja-and-the-City hat gesagt…

Das ist ein sensibles Thema, aber ich gebe dir Recht, weil ich dieselbe Beobachtung gemacht habe. Ich habe eine Menge schwuler Bekannter und es ist manchmal ätzend, dass Sex eines ihrer wichtigsten Themen ist. Immer geht es nur um die Popperei, das nervt total.
Du unterhälst dich gerade sehr nett mit jemanden am Tresen, aber in dem Moment, wo "Frischfleisch" zur Tür hereinkommt, ist das Gespräch zuende.
Für mich ist das ein Grund, weshalb ich nur noch selten in meine frühere Lieblingsbar gehe. Für die Schwulen dort geht es fast ausschließlich um die Popperei und das nervt manchmal doch sehr.

Hexe hat gesagt…

Danke für eure offenen Antworten.

Rubinengel, klar hab ich versucht zu zeigen, dass ich meine Frage nicht abwertend meine. Ich habe eine Menge schwule Freunde und ich schätze sie durchweg.

Was deinen Autismus betrifft, so empfinde ich das als ganz anderes Thema. In meinem Bekanntenkreis ist Jemand mit der gleichen Diagnose wie bei dir. Anfangs, als Niemand das wusste, war es sehr schwer mit ihm umzugehen. Aber jetzt können wir uns darauf einstellen und verstehen sein Verhalten besser.

Rubinengel hat gesagt…

Genau und viele können mit Homosexuallität nicht umgehen, im Prinzip geht mich die Sexuelle Einstellung von anderen Menschen nichts an, aber ebenso ist es mit meiner Behinderung,ich könnte sie auch eben so gut verschweigen. Manchmal ergeben sich aber grade daraus interessante Diskussionen. Viele Homosexuelle mußten Jahrelang verdeckt leben, mittlerweile ist es nicht mehr "anrüchig" aber es fehlt die Sensibilität, da wird es oft groß rausposaunt.
viele liebe Grüße Rubinengel

FrauJudith hat gesagt…

Das stimmt, liebe Hexe!
Und das mit dem Outing finde ich sowas von veraltet...

gedichtegedankenkurztexte hat gesagt…

Ich denke das outing und outing zwei sehr unterschiedliche Dinge sind. Das outing muss man machen und das hat nichts, wie Fraujudith meint,mit veraltert zu tun. Es ist unheimlich wichtig sein eigenes Outing durchzuführen, damit man nicht daran kaputtgeht. In der Gesellschaft ist immernoch "nur Hetero" zu sein, die normale Lebensform. Und wenn jemand sagt das er schwul ist, dann ist das für viele sicherlich nervig aber die Menschen sind unterschiedlich und ich denke das sollte man einfach so hinnehmen, ob es nun nervt oder nicht. Das was die Bettgeschichten angeht, ich denke das auch Heteros untereinander erzählen wem wem sie im Bett waren. Bei schwulen mag das vllt. etwas ausgeprägter sein, weil der Mann nun mal Sexorientiert ist, was aber nicht heissen muss das die wahre Liebe nicht im Mittelpunkt steht. Ich bin auch schwul und ich erzähle nicht herum mit wem ich alle im bett war. Einen besten Freund, würde ich es mit Sicherheit erzählen. Aber ich geniesse und kann schweigen;))))) Aber ich finde, wenn es jemanden stört, dann sollte man es demjenigen sagen.

Hexe hat gesagt…

Danke dir mein Lieber. Das Outing habe ich auch nicht gemeint, ich kann mir denken, dass es wichtig ist.

Nur, wenn ich denke wie ich dich kennen gelernt habe. Wir kannten uns schon ganz lange, als ich von dir das erste Mal erfuhr dass du schwul bist. Das fand ich auch ganz normal. Ich mag dich ja als Mensch und nicht als Sexualobjekt. Und du nervst ja auch nicht damit.

Aber ich habe mehrfach erlebt, dass schwule (Arbeitskollegen), die ich zum mersten Mal gesehen habe, mir als erstes ihre Betterlebnisse vom Vortag erzählen wollten. Muss das sein?

gedichtegedankenkurztexte hat gesagt…

Okay, wenn man gleich anfängt über seine Bettgeschichten zu erzählen, ist das sicherlich nicht normal, aber ein dringendes Mitteilungsbedürfnis des kollegen *lol*
Nein, das finde ich dann auch nicht gut, wenn ich jemanden kennenlernen würde, ganz gleich ob er schwul ist oder nicht. mich würde das mir sicherheit auch anschrecken, aber ich würde das dann auch sagen oder schreiben;)