Freitag, 4. November 2011

Die Kreuzfahrt 5. und letzter Teil

1. Teil
2. Teil
3. Teil
4. Teil

So, ich weiß ja nicht, ob es euch eigentlich interessiert hat, aber mir hat es Spaß gemacht, meine Erinnerungen an diese besondere Reise noch einmal raus zu kramen. Nun also der letzte Teil.

Von Kreta aus, wo wir ja im Orkan wegfuhren, ging es nach Neapel. Das war mal wieder eine weite Strecke auf See. Aber es gab eine Menge an Unterhaltung wie ich schon schrieb. Irgendwas gab es jeden Tag an Besonderem. Einmal ein bayerisches Frühstück mit Freibier und Brezeln. Abend gab es mal einen internationalen Markt mit Essen aus allen Ländern der Besatzung. Das war wirklich interessant. Der Höhepunkt der Seestrecke nach Neapel war allerdings die Fahrt durch die Straße von Messina. Es war schon dunkel als wir diese Meerenge passierten und die Lichter von Sizilien und Italien schienen zum Greifen nahe. Bei der ersten Nacht auf See hatten wir ja den Vulkan Stromboli in der Dunkelheit passiert, auch das war wirklich aufregend.

Der Hafen von Neapel und das bischen, was wir von der Stadt gesehen haben, war beeindruckend. Man denkt ja bei Neapel direkt an die Camorra und Diebstahl usw. Haben wir aber ganz anders erlebt. Es gab ein sehr mondänes Einkaufszentrum. Ganz in Marmor und Gold gehalten. Dort standen viele geschmückte Weihnachtsbäume, an die die Kinder kleine Zettel mit ihren Wünschen hängen konnten. Natürlich haben wir uns ein echtes neapolitanische Gelato schmecken lassen. Nur der extreme Verkehr war nervend. Die Autos gingen noch aber die vielen Motorroller die von ihren Fahrern wirklich rasant und lebensgefährlich durch die engen Gassen gelenkt wurden, waren wirklich nervtötend.

Hier waren drei verschiedene Landausflüge angeboten worden und die Entscheidung war gar nicht so leicht. Man konnte einen ganzen Tag mit einem Boot nach Capri fahren, mit dem Bus und zu Fuß auf den Vesuv klettern und den Krater sehen. Oder aber, und das haben wir dann auch gemacht, nach Pompeji und Herkulaneum fahren. Was für ein beeindruckendes Erlebnis! Diese Stadt, die ja bekanntermaßen im Jahr 79 n.Chr. von einem gewaltigen Ausbruch des Vesuv zerstört wurde, ist ein unglaubliches Lehrstück in alter Gechichte und für die Archäologen wirklich ein Schatz. Man kann dort nur mit einem Führer durch gehen und das ist auch gut so. Man würde sich sonst verlaufen in dem Labyrinth der Straßenund Gassen. Und dabei sind erst ca. 30% der antiken Stadt ausgegraben worden. Trotzdem kann man sich ein gutes Bild machen und entdeckt an jeder Ecke etwas Neues. Besonders die ausgestellten Leichen, also die Gipsabdrücke der Opfer, zeigten deutlich das Leiden dieser Menschen. Irgendwie kam ich mir ein wenig wie ein Störer der Totenruhe vor.

In Pompeji gab es viele Touristen aber noch viel mehr Hunde. Jeder ankommende Bus wurde sofort von vielen Hunden umringt. Uns begleitete ein hübsches Schäferhundmädchen, die für jede Streicheleinheit dankbar war. Am liebsten hätte ich sie mitgenommen. Genauso wie einen Welpen auf Kreta, der am Hafen herumstreunte. Tiere und Touristen, das sind ja altbekannte Geschichten, die nicht immer schön sind.

Nachdem wir Pompeji verlassen hatten, ging es nach Herkulaneum. Diese Stadt war bei dem gleichen Ausbruch zerstört worden. Leider haben wir da keine Ausgrabungen gesehen sondern wurden in eine Fabrik für Korallenschmuck gekarrt. Und natürlich wurde gekauft und gekauft. Auch ich habe einen schönen Ring, Gold mit einer rosa Koralle, bekommen. Nach etwa einem halben Jahr tragen zeigte sich aber, das er nur vergoldet war.

Neapel war der vorletzte Hafen, dann ging es nach Civitavecchia, dem Hafen von Rom. Es war total schwül und wir waren auch wirklich fertig von all den Eindrücken der Reise. Als wir dann noch hörten, dass in Rom keine Rundfahrtbusse erlaubt sind und der Ausflug mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt würde, haben wir uns entschlossen an Bord zu bleiben und einen Wellnesstag zu machen.

Abends gab es dann noch das Käptn's Dinner zum Abschied. Und genauso wie in der TV-Serie gab es zum Dessert Eisbomben mit Feuerwerk. Ein bombastischer Ausklang. Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen. Mit dem Zug ging es in umgekehrter Richtung und dann war es wieder vorbei mit dem Luxus.

Auch wenn wir die Reise gewonnen hatten, so hatten wir natürlich auch noch reichlich Geld ausgegeben. Angefangen bei dem Hotel in Nizza, diversen Getränken an Bord, Andenken usw. hatten wir satte 1.500 DM ausgegeben. Natürlich für so eine Reise nicht viel. Und es hatte sich wirklich gelohnt.

Ich würde gerne nochmal so eine Reise mit der Astor machen, diesmal dann ohne Kind. Vielleicht gewinne ich ja nochmal........träum.

Kommentare:

Ryanne hat gesagt…

Klar, Reiseberichte interessieren immer. Mit dem "Taschengeld" würdest du heute wahrscheinlich für 3 Personen nicht mehr weit kommen, seufz... Schöner Bericht!

Pauls-wunderwords hat gesagt…

War sehr interessant. Ist schon eine bequeme Art, Geschichtliches mit Wellness zu verbinden, so eine Schiffsreise. Irgendwann werde ich das auch mal machen.

Grüße dich. :)