Dienstag, 1. November 2011

Die Kreuzfahrt 3. Teil

1. Teil
2. Teil

Das erste Aufwachen an Bord war mit Kopfschmerzen verbunden. Wenn man normalerweise immer mit offenem Fenster schläft, muss man sich an eine Klimaanlage erst gewöhnen. Nach der Morgentoilette strebten wir zu unserem ersten Frühstücksbuffet.

Wow, ich hatte ja schon so manches gute Frühstücksbuffet in Hotels erlebt aber so etwas wie hier noch nie. Auf (im Nachinein geschätzten) 6 Metern war an Wurst, Schinken und Käse alles aufgebaut was das Herz oder besser der Magen begehrte. Ebenfalls Obst und Tomaten usw. Am Tisch wurden uns dann völlig ungeahnte Möglichkeiten der Ei Zubereitung angeboten und als mein Sohn eines Morgens mal einen Grießbrei wollte, bekam er auch diesen.

Später wurden dann im Rahmen eines Lichtbildervortrags die zu buchenden Landausflüge vorgestellt. Da in Israel inzwischen wieder blutige Unruhen stattfanden, hatte die Reederei kurzerhand Israel von der Reiseroute gestrichen und dafür einen weiteren Tag in Ägypten eingefügt. Da die Landausflüge eine Menge Geld kosteten, hatten wir uns schon zuhause entschieden, was wir mitmachen wollten. Auf Kreta wollten wir auf eigene Faust die Ruinen von Knossos besuchen, denn die waren nur 3 Km vom Hafen entfernt und Taxi sollte dort sehr billig sein. Und Rom wollten wir uns auch schenken.

Inzwischen ließen wir Italien links liegen. Unser Schiff fuhr gen Athen. Am nächsten Morgen sollten wir dort ankommen. Aber so ein reiner Seetag ist keineswegs langweilig. Während ich ja liebend gern Cocktail schlürfend auf einem Liegestuhl die Sonne genossen hätte, wollte mein lieber Sohn aber beschäftigt werden. Es gab ja auch reichlich Angebote an Bord. Von Shuffleboard über Dart bis zu Jogging, von Quiz über Bingo bis zu abendlichen Shows blieb kein Wunsch offen. Und überall gab es Sekt zu gewinnen. Große Flaschen oder auch mal ein Piccolo. Unsere Kabinenbar füllte sich allmählich.

Am anderen Morgen, direkt nach dem Frühstück landeten wir in Piräus, dem Hafen von Athen. Es war heiß und eine Dunstglocke hing über der Stadt. Die Akropolis war vom Schiff aus gut zu sehen und wir freuten uns auf unseren Ausflug nach Alt-Korinth. Mit 6 Bussen wurden wir Passagiere abgeholt und los ging die Fahrt. Ich war noch nie in Griechenland und fand es wirklich sehr schön. Spannend war es am Istmus von Korinth, einer Art antikem Kanal. Ich hab ja nun sowas von Höhenangst aber das war schon einen Blick von der Brücke wert. 80 Meter hoch waren die Ufer, wobei die eine Seite deutlich höher war als die andere. Von dort ging es dann nach Alt-Korinth. Eine Ruinenstadt, in der schon der Apostel Paulus gepredigt hatte. Berühmt sind ja auch seine Briefe an die Korinther. Ich war wirklich sehr beeindruckt. Geschichte und alte Kulturen sind ja eines meiner Steckenpferde. Es gab dort auch ein kleines Museum und hinter dem Museum der erste Zitronenbaum meines Lebens. Ich hatte nie gedacht, dass Zitronenbäume so hoch werden können. Dieser jedenfalls überragte das Dach des Museums und die Zitronen waren so groß wie etwas klein geratene Honigmelonen.

Nachmittags zum Kaffee waren wir dann wieder an Bord und das abendliche Ritual von Dinner, Showprogramm usw. begann. Diese Shows waren nun nicht so unser Ding. Sie hatten den Charme einer Mischung aus Dalli Dalli gemischt mit der Heimatmelodie und gewürzt durch das Fernsehballett. Zum Glück waren wir von der Seeluft und den anstrengenden Ausflügen immer recht müde und konnten wunderbar schlafen.

Überraschenderweise lag das Schiff sehr ruhig auf dem Wasser. Das Wetter war trotz Spätherbst wunderbar, warm und sonnig. Von Seekrankheit, die mein (jetzt Ex) Mann befürchtete keine Spur. Nachts fuhr die Astor dann weiter Richtung Zypern, wo wir am nächsten Morgen anlegten.

Ich habe vergessen welcher Hafen auf Zypern das war, kein Wundern nach 13 Jahren. Aber ich erinnere mich noch, dass man von dort auf die türkische Seite der Insel sehen konnte. Auch auf Zypern machten wir einen wunderbaren Landausflug auf den Berg Olymp. Meine lebhafteste Erinnerung daran ist der einheimische Reiseführer der ein hervorragendes Deutsch sprach. Er erzählte ununterbrochen kleine Storys aus seinem Leben und von den Weisheiten seiner Großmutter. Z.B. dass man die Zähne mit einer Mischung aus Salz uns Zitronensaft putzen solle. Grusel.

Die Fahrt auf den Olymp ging durch mehrere Vegetationsebenen von trockener Ebene durch dichten Wald bis zur Baumgrenze ganz oben. Wir sahen das Anwesen von Erzbischof Makarios und oben auf dem Berg gab es außer einem riesigen Bretterbudenkiosk Nichts weiter zu sehen. Dieser Kiosk allerdings war spannend. Man konnte dort von gebrannten Mandeln, über Wein (gutt fürr Errottik) bis zu offen ausliegenden Pornovideos fast Alles kaufen. Ich habe ein ganzes Kilo Mandeln gekauft und mein Sohn kicherte die ganze Rückfahrt über die Videos.

Abends wurden wieder die Anker gelichtet und die Nacht verbrachten wir wieder auf See Richtung Ägypten, meinem Traumland seit den Teenager Jahren.

Fortsetzung folgt.

Kommentare:

Citara hat gesagt…

Und dabei wollte ich doch so gerne am Stück lesen... Und nun noch eine Fortsetzung? Gemein ;)

Hexe hat gesagt…

Ja sorry aber die Reise war lang und voller Erlebnisse.

Anonym hat gesagt…

Und du erzählst so toll, dass man richtig mitreisen kann.
LG
Lidania