Sonntag, 27. November 2011

Lauter "alte" Gesichter

Gestern Abend war ich auf einem Klassentreffen meiner alten Volksschulklasse in meinem kleinen Heimatstädtchen. Das erste Mal seit gefühlten 35 aber in echt 30 Jahren!



Die Tage vorher ging es mir nicht so gut aber ich habe mich dann doch entschlossen hinzugehen. Ist ja irgendwie schon ein Angang. Die Anderen sind ja Alle erst 27 und nur ich ich bin fast 60 und ziemlich moppelig geworden. Außerdem sind die Anderen mit Sicherheit alle Banker, Chefarzt oder mindestens Bundeskanzleranwärter. Nur aus mir ist nix Besonderes geworden. Ich war ja auch nur auf der Volksschule und die andern in meiner Klasse waren ja gleichzeitig auf dem Gymnasium. Oh Mann. (Ironie aus)

Scheinbar haben noch Andere so gedacht, denn von den insgesamt 33 Schülern hatten sich nur 20 angemeldet und davon sind dann auch nur 14 gekommen. Okay, 3 der Mädels sind leider schon tot und einige konnten wir nicht erreichen. Andere wohnen weit weg und hatten Dienst usw. Aber zumindest einer unserer Klassenkameraden ließ sich um Nichts in der Welt bewegen zu erscheinen.

So saßen wir dann mit 4 Mädels und 10 Jungs in dem schönen alten Traditionsrestaurant und hatten mächtig Spaß. Ich bin ganz stolz auf mich, dass ich nur einen der Mitschüler nicht erkannt habe. Na ja, die sind ja doch auch schon fast 60, staun. Mächtig gespannt war ich ja auf meine beiden ganz großen Schullieben, Peter und Martin. Obwohl, Martin sehe ich ja hin und wieder, denn er wohnt auch in meiner Stadt. Und klar, Peter sieht natürlich von Allen am besten aus. Keinen Tag älter als 50 und aus ihm ist auch wirklich was geworden. Chapeau. Und Martin war lieb und lustig wie immer. Aber auch alle Anderen waren gut drauf und es gab so viel zu quatschen und zu lachen.

Ich hab Dinge erfahren, die ich in der Schulzeit niemals bemerkt habe und auch nicht wusste. Zum Beispiel war angeblich jeder Junge aus der Klasse in mich verknallt... Ich glaub, die haben mich verwechselt. Und außer mir scheint wohl Keiner gern zur Schule gegangen zu sein. Hm, ich fands toll. Ich fand vor allem unsere Klasse toll.

All die vielen weißt-du-nochs führten dann dazu, dass ich viel länger blieb als ich eigentlich geplant hatte und zum Schluss dann mit den Jungs allein da saß. Die Stimmung war echt lustig aber dann begann das Runden ausgeben. Ich hatte teilweise mehrere Gläser Rotwein vor mir stehen und musste der Kellnerin dann sagen, wer auch immer noch Wein bestellt, ich will keinen mehr. Zum Glück wurde ich mit dem Obstler verschont.

Wäre Martins Frau nicht irgendwann gekommen um ihren Mann abzuholen, wir säßen jetzt noch dort. Und das nächste Treffen soll dann im November 2014 sein, wenn wir Alle über 60 sind. Ich freu mich schon drauf.

Bilder habe ich auch gemacht aber die sind leider nicht besonders schön geworden und deshalb zeige ich sie nicht.

Mittwoch, 16. November 2011

Erste Bilder

Neele *14.11.2011



Heute habe ich die ersten Bilder von der kleinen Neele gemacht. Sie ist schon mit ihrer Mami zuhause und es geht ihr richtig gut.


Nur Babys können so schlafen. Beneidenswert. Ist sie nicht wunderschön für ihre zwei Tage?

Und mit ganz müden Augen aber neugierig schaut sie in die Welt.



Leider habe ich keine Bilder mi
t ihrem großen Bruder und ihrer großen Schwester machen können aber ganz unten kommt noch ein Bild von den Beiden bei der Hochzeit meiner Tochter letzten Monat.







Hier nochmal Neele mit dem Papa.

Der schaut auch ganz müde.


Ich wünsche der kleinen Maus und allen Kindern das sie in eine gute Zukunft hinein wachsen können.




Und hier noch das versprochene Bild von den beiden G
roßen, Daniel und Lara, bei der Hochzeit.





Dienstag, 15. November 2011

Hurra, das Baby ist da!

Heute Nacht hat meine jüngste Tochter ihr drittes Kind und damit mein viertes Enkelkind bekommen.

Die Kleine heißt Neele Alicia und wiegt 2900 Gramm und ist 49 cm groß.

Mutter uns Kind sind gesund und munter und die ganze Familie ist vor Freude aus dem Häuschen.

endlich mal eine gute Nachricht!!!

Montag, 14. November 2011

Winterschlaf wär schön

Ich weiß ja nicht wie es euch jetzt so geht aber ich für mein Teil bin ja soooo müde. Müde und total ausgebrannt.

Morgens würde ich am liebsten garnicht aufstehen und der Tag liegt wie ein Berg vor mir. Ich schleppe mich dann erstmal in die Küche und trinke einen aufgewärmten Kaffee (Tom macht immer eine Tasse mehr und die Mikrowelle ist da schon klasse).

Alles fällt mir momentan so schwer und am liebsten würde ich nur schlafen. Also, ich wär jetzt gern ein Bär und trollte mich in meine Höhle und mache Winterschlaf.

Sonntag, 13. November 2011

Samstag, 12. November 2011

Mein neues Testpaket ist da


Wie ihr ja wisst, teste ich ab und zu für trnd Produkte.

Dieses Mal bekam ich ein Paket mit einem Glas Nescafe Gold und entsprechenden Proben.

Eigentlich trinke ich ja nicht so gerne Pulverkaffee aber dieser schmeckt wirklich gut und man kann ihn empfehlen.

Ich werde ihn mit auf die Arbeit nehmen, dann kann ich mir dort immer mal ein Tässchen Kaffee machen. Wenn es so 17 Uhr ist und anfängt zu dämmern, wird man ganz schön müde.

Wenn ihr auch mal testen wollt, einfach oben den Link nutzen.

Foto von dieser Seite

Donnerstag, 10. November 2011

Helden der Kindheit

Auf ZDF kultur ist der Winnetou Tag und dabei fallen mit all die Helden meiner Kindheit ein.

Ich bin 1954 geboren und als ich 6 war, kam der erste Karl-May-Film ins Kino. War auch der erste Kinofilm überhaupt für mich. Ich habe auch fast alle Karl May Bücher gelesen und fand sie toll. Aber mein Held war er eigentlich nicht.

Als Kind der 50er und 60er Jahre musste man in der Schule auch Aufsätze schreiben zum Thema: Wer ist mein Vorbild

Um eine gute Note zu bekommen, tat man gut daran ein Vorbild zu haben, dass der katholischen Schule auch genehm war. Also waren meine Vorbilder Konrad Adenauer und später John F. Kennedy. Und natürlich der Namensgeber meiner Schule, Don Bosco, der sich für italienische Straßenjungs eingesetzt hatte. Komisch, wir haben nie hinterfragt, was mit den Straßenmädchen war. Oder gab es die damals nicht?

Auch Adenauer oder Kennedy würde ich heute auf keinen Fall mehr als Vorbild nennen.

Als ich in der Lehre war, 1968, hatte ich andere Vorbilder. Rudi Dutschke zum Beispiel oder auch Che Guevara. Dafür schäme ich mich auch heute noch nicht.

Mein wirklicher Kindheitsheld war mein Bruder. Der war 19 Jahre älter und bei der Luftwaffe. Ich habe ihn nie als bei uns wohnend kennengelernt aber er war so toll. Wenn er in Uniform kam, groß und stattlich, das war was. In der Familie gab es die Geschichte, dass ich als Kleinkind bei der Impfung dem Arzt gesagt haben soll, wenn er mir weh tut, kommt mein großer Bruder. Der hat ein Gewehr. Woher ich das bloß wusste?

Heute habe ich keine Vorbilder mehr. Zu sehr habe ich erkannt, dass es keine perfekten Menschen gibt. Irgendeinen Fehler hat Jeder. Also versuche ich ohne Leitfigur klar zu kommen. Oder halt! Stimmt nicht. Ich habe Menschen an denen ich mich schon irgendwie orientiere. Meine beste Freundin, die so wahnsinnig beliebt ist. Oder meine jüngste Tochter, die es viel besser als ich schafft ihr Leben zu meistern.

Ganz ohne das Vorbild anderer Menschen kommt man eben doch nicht aus.

Sonntag, 6. November 2011

Ich habe eine dringende Bitte

Normalerweise bitte ich nicht gerne um Hilfe aber diesmal muss es einfach sein.

Mein Sohn sucht ganz dringend eine kleine Wohnung oder Appartement in einem bezahlbaren Rahmen. Je schneller desto besser.

In Solingen oder direkt angrenzend.

Wenn ihr etwas in dieser Richtung wisst, dann gebt mir bitte Bescheid.

Freitag, 4. November 2011

Die Kreuzfahrt 5. und letzter Teil

1. Teil
2. Teil
3. Teil
4. Teil

So, ich weiß ja nicht, ob es euch eigentlich interessiert hat, aber mir hat es Spaß gemacht, meine Erinnerungen an diese besondere Reise noch einmal raus zu kramen. Nun also der letzte Teil.

Von Kreta aus, wo wir ja im Orkan wegfuhren, ging es nach Neapel. Das war mal wieder eine weite Strecke auf See. Aber es gab eine Menge an Unterhaltung wie ich schon schrieb. Irgendwas gab es jeden Tag an Besonderem. Einmal ein bayerisches Frühstück mit Freibier und Brezeln. Abend gab es mal einen internationalen Markt mit Essen aus allen Ländern der Besatzung. Das war wirklich interessant. Der Höhepunkt der Seestrecke nach Neapel war allerdings die Fahrt durch die Straße von Messina. Es war schon dunkel als wir diese Meerenge passierten und die Lichter von Sizilien und Italien schienen zum Greifen nahe. Bei der ersten Nacht auf See hatten wir ja den Vulkan Stromboli in der Dunkelheit passiert, auch das war wirklich aufregend.

Der Hafen von Neapel und das bischen, was wir von der Stadt gesehen haben, war beeindruckend. Man denkt ja bei Neapel direkt an die Camorra und Diebstahl usw. Haben wir aber ganz anders erlebt. Es gab ein sehr mondänes Einkaufszentrum. Ganz in Marmor und Gold gehalten. Dort standen viele geschmückte Weihnachtsbäume, an die die Kinder kleine Zettel mit ihren Wünschen hängen konnten. Natürlich haben wir uns ein echtes neapolitanische Gelato schmecken lassen. Nur der extreme Verkehr war nervend. Die Autos gingen noch aber die vielen Motorroller die von ihren Fahrern wirklich rasant und lebensgefährlich durch die engen Gassen gelenkt wurden, waren wirklich nervtötend.

Hier waren drei verschiedene Landausflüge angeboten worden und die Entscheidung war gar nicht so leicht. Man konnte einen ganzen Tag mit einem Boot nach Capri fahren, mit dem Bus und zu Fuß auf den Vesuv klettern und den Krater sehen. Oder aber, und das haben wir dann auch gemacht, nach Pompeji und Herkulaneum fahren. Was für ein beeindruckendes Erlebnis! Diese Stadt, die ja bekanntermaßen im Jahr 79 n.Chr. von einem gewaltigen Ausbruch des Vesuv zerstört wurde, ist ein unglaubliches Lehrstück in alter Gechichte und für die Archäologen wirklich ein Schatz. Man kann dort nur mit einem Führer durch gehen und das ist auch gut so. Man würde sich sonst verlaufen in dem Labyrinth der Straßenund Gassen. Und dabei sind erst ca. 30% der antiken Stadt ausgegraben worden. Trotzdem kann man sich ein gutes Bild machen und entdeckt an jeder Ecke etwas Neues. Besonders die ausgestellten Leichen, also die Gipsabdrücke der Opfer, zeigten deutlich das Leiden dieser Menschen. Irgendwie kam ich mir ein wenig wie ein Störer der Totenruhe vor.

In Pompeji gab es viele Touristen aber noch viel mehr Hunde. Jeder ankommende Bus wurde sofort von vielen Hunden umringt. Uns begleitete ein hübsches Schäferhundmädchen, die für jede Streicheleinheit dankbar war. Am liebsten hätte ich sie mitgenommen. Genauso wie einen Welpen auf Kreta, der am Hafen herumstreunte. Tiere und Touristen, das sind ja altbekannte Geschichten, die nicht immer schön sind.

Nachdem wir Pompeji verlassen hatten, ging es nach Herkulaneum. Diese Stadt war bei dem gleichen Ausbruch zerstört worden. Leider haben wir da keine Ausgrabungen gesehen sondern wurden in eine Fabrik für Korallenschmuck gekarrt. Und natürlich wurde gekauft und gekauft. Auch ich habe einen schönen Ring, Gold mit einer rosa Koralle, bekommen. Nach etwa einem halben Jahr tragen zeigte sich aber, das er nur vergoldet war.

Neapel war der vorletzte Hafen, dann ging es nach Civitavecchia, dem Hafen von Rom. Es war total schwül und wir waren auch wirklich fertig von all den Eindrücken der Reise. Als wir dann noch hörten, dass in Rom keine Rundfahrtbusse erlaubt sind und der Ausflug mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt würde, haben wir uns entschlossen an Bord zu bleiben und einen Wellnesstag zu machen.

Abends gab es dann noch das Käptn's Dinner zum Abschied. Und genauso wie in der TV-Serie gab es zum Dessert Eisbomben mit Feuerwerk. Ein bombastischer Ausklang. Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen. Mit dem Zug ging es in umgekehrter Richtung und dann war es wieder vorbei mit dem Luxus.

Auch wenn wir die Reise gewonnen hatten, so hatten wir natürlich auch noch reichlich Geld ausgegeben. Angefangen bei dem Hotel in Nizza, diversen Getränken an Bord, Andenken usw. hatten wir satte 1.500 DM ausgegeben. Natürlich für so eine Reise nicht viel. Und es hatte sich wirklich gelohnt.

Ich würde gerne nochmal so eine Reise mit der Astor machen, diesmal dann ohne Kind. Vielleicht gewinne ich ja nochmal........träum.

Mittwoch, 2. November 2011

Die Kreuzfahrt 4. Teil

1. Teil
2. Teil
3. Teil

Morgens kamen wir also in meinem Traumland an. Ägypten und seine Geschichte hatte mich schon seit meiner frühen Jugend fasziniert und ich hatte mit 14 in der Stadtbücherei meiner Heimatstadt sämtliche Populärwissenschaftlichen Bücher darüber gelesen.

Wir setzten in Port Said den Fuß auf diesen geheiligten Boden um kurz danach wieder in einen Bus zu steigen. 3 Stunden fuhren wir dann über Land nach Kairo. Die Straße schien durch unbewohntes Gebiet zu führen, nur hier und da stand ein wackeliger Schuppen oder Stall auf einem staubigen Feld. Später erfuhr ich, dass das eigentlich Wohnhäuser waren. Da momentan dort Ramadan war, waren diese Schuppen nämlich mit bunten Lichterketten geschmückt.

Am Vormittag kamen wir dann im Kairo an. Die Stadt entsprach so gar nicht meinen romatischen Vorstellungen. Vollgestopft mit Autos, vor allem Taxen, mit Menschen und so krasse soziale Unterschiede in einer Straße hatte ich nicht erwartet. So gab es z.B. ein luxuriöses Botschaftsgebäude inmitten von einem Elendsviertel.


Wir fuhren zunächst zu einer Moschee, der Alabaster-Moschee. Offenbar war das ein Pflichttermin, denn eigentlich war diese Moschee nicht gerade soooo toll. Aber geschichtlich anscheinend sehr wichtig. Hier hatte ich ein Erlebnis der ekelhaften Art, als viele Frauen aus dem Bus zur Toilette mussten und es nur ein Loch im schlammigen Boden gab. Ich will darauf nicht näher eingehen.

Endlich ging es dann aber weiter an den Nil und zum Ägytischen Museeum. Darauf hatte ich mich sehr gefreut und es war einfach nur großartig. All diese wundervollen Fundstücke, besonders die goldene Maske von Tut-anch-Amun, wirklich real zu sehen, das war schon ein Lebenstraum, der sich erfüllte. Leider waren wir nicht in dem Mumiensaal, der kostete extra Eintritt und die Reiseleiter begannen auch schon zu hetzen.

Vom Museeum ging es dann zu den Pyramiden. Ich war wirklich sehr naiv gewesen und dachte, diese Bauwerke lägen in der Wüste. Alle Fotos die ich bis dahin gesehen hatte, zeigten die Pyramiden auch in so einem Blickwinkel. In Wahrheit liegen sie direkt an einer Hauptverkehrsstraße und an den Häusern von Kairo.Wir waren kaum 10 Minuten an der oberen Pyramide, da ging es mit dem Bus auch schon ganz runter an den Sphinx Tempel. Der Eintritt dafür war, ebenso wie Alles andere, in den 150 DM für den Ausflug inbegriffen. Der Weg in den Tempel ging durch tiefen Sand und war für die alten Leute vom Schiff recht beschwerlich. Wir allerdings kamen gut durch und schon waren wir im Tempel. Aber bevor ich noch WOW! denken konnte, wurden Rufe laut und wir mussten wieder raus. Auf Kamelen kamen die Männer von der Tourist Police angeritten und vertrieben uns Touristen und erst recht die vielen Händler und Kinder von dem Tempel und den Pyramiden. Wir waren Alle sehr schockiert über die Brutalität, mit der diese Männer vorgingen. Sogar kleine Kinder wurden teilweise mit Reitgerten geschlagen. Als Begründung sagte man uns, es sei ja Ramadan und dort würde jetzt Alles geschlossen weil die Wächter beten müssten. Von den ca. 300 Leuten vom Schiff hatten es gerade mal 50 in den Tempel geschafft.

Nach diesem Schreck fuhr man uns zu einer Straße nicht weit von den Pyramiden entfernt. Anscheinend hatten die einheimischen Reiseleiter mit den Geschäftsleuten dort Verträgen, denn dort merkten wir Nichts von Ramadan und wir hatten auf einmal 2 Stunden Zeit uns dort umzusehen. Es gab ausschließlich Läden mit nachgemachten Kunstwerken, manchmal gruseliger Kitsch. Natrülich kaufte Jeder dort, denn irgendwie musste man ja die 2 Stunden herum bekommen. Ich bekam einen sehr schönen silbernen Anhänkern, blau emailliert, das Ank Kreuz. Ich trage ihn auch heute noch manchmal.

Endlich ging es weiter, in ein Luxushotel. Sowas hatte ich nicht erwartet. Schon die Lobby strotzte von schwarzem Marmor und Gold. Die Wänder, der Boden, die Rezeption...Alles glänzte und funkelte. Wir wurden eine breite Marmortreppe in den ersten Stock geführt. An der Wand gab es einen klaren Wasserfall über die ganze Breite. Beeindruckend. In einem Speisesaal der wie für eine Hochzeit geschmückt war, gab es dann unser Dinner. Ein Buffet mit wirklich gutem Essen. Aber der Höhepunkt war die Damentoilette. Ein extra dafür anwesender Angestellter führte mich dorthin. Der Vorraum war mindesten 30 Quadratmeter groß mit Waschbecken, goldenen (?) Wasserhähnen und jede Menge junge Ägypterinnen, die dort nur dazu da waren, nach dem Händewaschen ein angewärmtes Handtuch zu reichen. Hammer! Und ich hörte, die Herrentoilette war ähnlich.

Nach dem Essen ging es nochmals zu den Pyramiden. Es war inzwischen dunkel und damit schlagartig kalt geworden. Eben waren es noch 25° und nun waren es höchsten noch 5°. Wir wurden frierend zu einer Reihe von Stühlen geführt und es begann eine unglaubliche Show. Licht und Laserbilder wurden auf eine Seite der Cheopspyramide geworfen. Dazu erklärte eine Stimme in einwandfreiem Oxford-Englisch die Informationen zu den Bauwerken. Links und rechts von mir saßen nur Leute, die kein Englisch konnten und so versuchte ich simultan wenigstens das Wichtigste zu überstzen. Aber schon nach ein paar Minuten war ich so fasziniert und vregaß das übersetzen.

Nach einer Stunde war Alles vorbei und wir fuhren wieder im Bus. Diesmal von Kairo nach Alexandria, wo das Schiff inzwischen hingefahren war. Wir waren Alle total müde und verschliefen die lange Fahrt. In den ganz frühen Morgenstunden kamen wir dann in dieser schönen Stadt an. Es war schon überall Hochbetrieb und wir staunten, dass der Bus überhaupt vorwärts kam. Auf dem Schiff gingen wir dann aber noch ein paar Stunden schlafen bis zum Frühstück.

In Alexandria gingen wir dann auf eigene Faust von Bord. Allerdings wurden wir vor dem Schif dermaßen von Händlern belagert, dass man kaum durchkam. Das war uns dann zuviel, so dass wir wieder an Bord gingen und einen gemütlichen Tag auf dem Schiff verbrachten. Zum Kaffee am Nachmittag gab es dann eine tolle Überraschung. Außer Benni waren nur noch 2 andere Kinder an Bord. Beide waren im Kindergartenalter. Und es war inzwischen der 6. Dezember, Nikolaustag. Beim Kaffee kam plötzlich der Nikolaus und bescherte die Kinder. Benni war das sichtlich peinlich aber er freute sich trotzdem. Es gab ein paar Süßigkeiten und Stifte und ein Malbuch von der Astor. Ich fand das sehr nett und aufmerksam.

Nachts ging es dann wieder auf See. Richtung Kreta, ein weiterer Höhepunkt. Schon in der Nacht merkte ich, dass das Schiff nicht so ruhig fuhr wie sonst. Und als wir morgens das Bordradio anmachten, kam dann die Info, dass wegen eines Orkans nicht der geplante Hafen angefahren werden konnte, sondern wir nun auf der anderen Seite der Insel waren. Das war natürlich Pech für uns, denn wir wollten ja die 3 KM nach Knossos mit dem Taxi fahren. Das konnten wir nun vergessen. Den Landausflug zu buchen war es nun zu spät und so beschlossen wir, mit den Linienbus vom Hafen in die kleine Stadt Chania zu fahren und uns dort ein wenig umzusehen. Ausgerüstet mit keinem Wort griechisch und keine Ahnung von der Schrift aber einer Portion Abenteuerlust zogen wir los. Im Hafen fuhr ein Bus ab, den wir einfach nahmen in der Hoffnung, der geht nach Chania. Und ja, es klappte. Und ja, der Ort war wundervoll. Mit einer uralten Markthalle, wo so richtig orientalisches Flair entstand. Es gab wirklich ALLES! In dem Ort gab es auch noch ein kleines Museeum, wo wir auch rein gingen. Und der kleine Hafen im Ort war wirklich auch schön. Wir hatten einen schönen Tag und sogar den Weg zurück fanden wir.

Abend gab es ein amerikanisches Dinner, auf das ich mich schon gefreut hatte. Es sollte unter anderem Spare-Ribs geben. Etwa 1 Stunde vor dem Dinner legten wir ab und fuhren in einen Orkan mit Windstärke 12 hinein. Wow, das Schiff schlingerte und schaukelte. Das Wasser im Außenpool schwappte nur so hoch. Wenn man auf einem Stuhl saß, ging es hoch und wenn es dann wieder runter ging, hatte man kurz das Gefühl von Schwerelosigkeit. Es war wie auf der Kirmes und ich war schon gespannt, wie das Ballett an dem Abend tanzen würde. An unserem Tisch saßen auf einmal nur noch die alte Dame und ich, alle Anderen inklusive meiner Familie hatten es vorgezogen in den Kabinen zu bleiben. Ich selbst, als alte Achterbahnfahrerin, blieb zum Glück von Seekrankheit verschont. Und am nächsten Morgen war auch Alles wieder vorbei.

Und wir waren auf dem Weg nach Neapel. Aber davon erzähle ich im 5. und letzten Teil

Dienstag, 1. November 2011

Die Kreuzfahrt 3. Teil

1. Teil
2. Teil

Das erste Aufwachen an Bord war mit Kopfschmerzen verbunden. Wenn man normalerweise immer mit offenem Fenster schläft, muss man sich an eine Klimaanlage erst gewöhnen. Nach der Morgentoilette strebten wir zu unserem ersten Frühstücksbuffet.

Wow, ich hatte ja schon so manches gute Frühstücksbuffet in Hotels erlebt aber so etwas wie hier noch nie. Auf (im Nachinein geschätzten) 6 Metern war an Wurst, Schinken und Käse alles aufgebaut was das Herz oder besser der Magen begehrte. Ebenfalls Obst und Tomaten usw. Am Tisch wurden uns dann völlig ungeahnte Möglichkeiten der Ei Zubereitung angeboten und als mein Sohn eines Morgens mal einen Grießbrei wollte, bekam er auch diesen.

Später wurden dann im Rahmen eines Lichtbildervortrags die zu buchenden Landausflüge vorgestellt. Da in Israel inzwischen wieder blutige Unruhen stattfanden, hatte die Reederei kurzerhand Israel von der Reiseroute gestrichen und dafür einen weiteren Tag in Ägypten eingefügt. Da die Landausflüge eine Menge Geld kosteten, hatten wir uns schon zuhause entschieden, was wir mitmachen wollten. Auf Kreta wollten wir auf eigene Faust die Ruinen von Knossos besuchen, denn die waren nur 3 Km vom Hafen entfernt und Taxi sollte dort sehr billig sein. Und Rom wollten wir uns auch schenken.

Inzwischen ließen wir Italien links liegen. Unser Schiff fuhr gen Athen. Am nächsten Morgen sollten wir dort ankommen. Aber so ein reiner Seetag ist keineswegs langweilig. Während ich ja liebend gern Cocktail schlürfend auf einem Liegestuhl die Sonne genossen hätte, wollte mein lieber Sohn aber beschäftigt werden. Es gab ja auch reichlich Angebote an Bord. Von Shuffleboard über Dart bis zu Jogging, von Quiz über Bingo bis zu abendlichen Shows blieb kein Wunsch offen. Und überall gab es Sekt zu gewinnen. Große Flaschen oder auch mal ein Piccolo. Unsere Kabinenbar füllte sich allmählich.

Am anderen Morgen, direkt nach dem Frühstück landeten wir in Piräus, dem Hafen von Athen. Es war heiß und eine Dunstglocke hing über der Stadt. Die Akropolis war vom Schiff aus gut zu sehen und wir freuten uns auf unseren Ausflug nach Alt-Korinth. Mit 6 Bussen wurden wir Passagiere abgeholt und los ging die Fahrt. Ich war noch nie in Griechenland und fand es wirklich sehr schön. Spannend war es am Istmus von Korinth, einer Art antikem Kanal. Ich hab ja nun sowas von Höhenangst aber das war schon einen Blick von der Brücke wert. 80 Meter hoch waren die Ufer, wobei die eine Seite deutlich höher war als die andere. Von dort ging es dann nach Alt-Korinth. Eine Ruinenstadt, in der schon der Apostel Paulus gepredigt hatte. Berühmt sind ja auch seine Briefe an die Korinther. Ich war wirklich sehr beeindruckt. Geschichte und alte Kulturen sind ja eines meiner Steckenpferde. Es gab dort auch ein kleines Museum und hinter dem Museum der erste Zitronenbaum meines Lebens. Ich hatte nie gedacht, dass Zitronenbäume so hoch werden können. Dieser jedenfalls überragte das Dach des Museums und die Zitronen waren so groß wie etwas klein geratene Honigmelonen.

Nachmittags zum Kaffee waren wir dann wieder an Bord und das abendliche Ritual von Dinner, Showprogramm usw. begann. Diese Shows waren nun nicht so unser Ding. Sie hatten den Charme einer Mischung aus Dalli Dalli gemischt mit der Heimatmelodie und gewürzt durch das Fernsehballett. Zum Glück waren wir von der Seeluft und den anstrengenden Ausflügen immer recht müde und konnten wunderbar schlafen.

Überraschenderweise lag das Schiff sehr ruhig auf dem Wasser. Das Wetter war trotz Spätherbst wunderbar, warm und sonnig. Von Seekrankheit, die mein (jetzt Ex) Mann befürchtete keine Spur. Nachts fuhr die Astor dann weiter Richtung Zypern, wo wir am nächsten Morgen anlegten.

Ich habe vergessen welcher Hafen auf Zypern das war, kein Wundern nach 13 Jahren. Aber ich erinnere mich noch, dass man von dort auf die türkische Seite der Insel sehen konnte. Auch auf Zypern machten wir einen wunderbaren Landausflug auf den Berg Olymp. Meine lebhafteste Erinnerung daran ist der einheimische Reiseführer der ein hervorragendes Deutsch sprach. Er erzählte ununterbrochen kleine Storys aus seinem Leben und von den Weisheiten seiner Großmutter. Z.B. dass man die Zähne mit einer Mischung aus Salz uns Zitronensaft putzen solle. Grusel.

Die Fahrt auf den Olymp ging durch mehrere Vegetationsebenen von trockener Ebene durch dichten Wald bis zur Baumgrenze ganz oben. Wir sahen das Anwesen von Erzbischof Makarios und oben auf dem Berg gab es außer einem riesigen Bretterbudenkiosk Nichts weiter zu sehen. Dieser Kiosk allerdings war spannend. Man konnte dort von gebrannten Mandeln, über Wein (gutt fürr Errottik) bis zu offen ausliegenden Pornovideos fast Alles kaufen. Ich habe ein ganzes Kilo Mandeln gekauft und mein Sohn kicherte die ganze Rückfahrt über die Videos.

Abends wurden wieder die Anker gelichtet und die Nacht verbrachten wir wieder auf See Richtung Ägypten, meinem Traumland seit den Teenager Jahren.

Fortsetzung folgt.