Freitag, 10. Juni 2011

Mittelaltermärkte - eine Streitschrift

Auf dem Mittelalterblog gibt es immer wieder heftigste Angriffe gegen Mittelaltermärkte. Nichts ist gut und vor Allem authentisch genug. Und außerdem sind, außer dem Blogbetreiber und seinen Anhängern, sowieso Alle nicht kompetent oder geeignet sowas zu beurteilen.

Ich konnte mich heute nicht zurückhalten eine Meinung dazu zu posten, die ich auch hier einmal zur Diskussion stellen möchte.

Mein Kommentar dort:

Meiner Meinung nach sollten sich all die ach so klugen und allwissenden Kritiker von Märkten doch einfach mal ranmachen und den optimalen Mittelaltermarkt selbst organisieren. Wo es ausschließlich authentisch zugeht, keine Musik die nicht in die Epoche passt gespielt wird, kein Essen, dass es im MA nicht gab und keinerlei falsche Kleidung. Keine Zelte die nicht wirklich einem mittelalterlichen entsprechen. Keine versteckten Kühlboxen, Handys oder so. Keine Toiletten sondern einen Donnerbalken o.Ä.
Und natürlich ohne jegliche Beleuchtung. Denn im Mittelalter waren Kerzen oder Lampenöl viel zu kostbar um sie auf sowas zu verschwenden.
Nur gaaanz wenig Adel aber viele Bauern und was es so gab. Heerlagergruppen darf es dann auch nicht geben, denn sowas gab es im MA auch auf keinem Markt.
Und dann mal schauen, wie es den Besuchern gefällt, denn ohne die kann kein Markt existieren.
Und dann auch noch alle Unkosten erwirtschaften, denn die sind nicht gering.
Vielleicht kommt dann die Erkenntnis, das ein MA Markt kein Museum ist, die Besucher dort unterhalten werden wollen und die sogenannten Reenactor nicht allein die Gnade der Allwissenheit haben. Woher der sog. Lehrauftrag, den manche glauben zu haben, kommt, weiß eh kein Mensch.
Ohne GroMis und Touris gäbe es keine Märkte, die man zur eitlen Selbstdarstellung nutzen könnte. Wer solche Märkte nicht will, muss eben auf private Gewandetentreffen gehen.

Kommentare:

Frau Wolkenlos hat gesagt…

Ich verstehe es auch nicht, wieso diese "Experten" (wer ernennt die eigentlich als solche?) nicht begreifen, das es dem Besucher der Mittelaltermärkte i.d. R. nicht auf "Belehrung" ankommt, sondern einfach nur auf Spaß an der Freude!
Ich würde diese krittelnden Leute nicht ernst nehmen wenn die derart verbissen auf Authentizität beharren. Absolut lächerlich, wirklich!
Liebe Grüße

Ulf von Schellenberg hat gesagt…

Und nicht zu vergessen, Anreise nur mit Pferd oder Kutsche, dabei alle Verkehrszeichen mißachten, die gabs ja schließlich auch nicht und bitte morgens keine Zahnpasta, Deo oder Duschgel benutzen. Kleidung nur aus authentisch kratzender Wolle oder Leinen, vom Toilettenpapier ganz zu schweigen. Auf dem nächsten MA-Markt, auf dem wir uns sehen, bringe ich meine Video-Kamera mit, dann machen wir ein Video von dem "A-Pabst" und stellen es ins Netz.

Zeitzeugin hat gesagt…

Einfach bekloppt.
Es behauptet ja auch kein MA-Markt von sich, komplett authentisch zu sein.
Ich selber besuche gerne diese Märkte und bin über den "Fantasy"Anteil sehr froh. Diese Märkte sind nicht für Schulklassen gedacht, die dann ihren Geschichtsunterricht aufmöbeln können, sondern zum fröhlichen Zeitvertreib unter Gleichinteressierten, die vermutlich alle wissen, dass das Mittelalter nicht wirklich SO ausgesehen hat.

Andy hat gesagt…

Spass und Freude und einen tollen MA Mark sind durchaus einen Besuch wert. Nur leider gibt es die in meiner Region nicht sehr oft.
Aber ich lebe und arbeite ja in einem Schloss und somit habe ich mein Mittelalter :-) ( Und ich selbst gehöre ja auch schon zum MA)

Tina hat gesagt…

Ein sehr guter Kommentar. Stimme dir voll zu :).

Und am besten kommen noch alle stinkend und mit Läusen oder so ;).... und sterben früh.. besonders die Frauen bei den Geburten. Authentissimo :).

Schwarze Elster hat gesagt…

Hallo,

ich habe auch vor kurzem irgendwo in einem Blog gelesen, das dort die Meinung vertreten wurde, es wäre alle ja mit den Jahren " Soooo kommerziell" geworden.
Naja, Markt war schon immer zum verkauf gedacht, sonst würde es " Vorführung" heissen. Ich denke auch, das viele kleine Mittelalter Märkte einen besonderen Charme ausstrahlen, wogegen die riesigen wirkich an Kirmes erinnern...aber das muss halt jeder selbst entscheiden. Hier gilt ; Geschmäcker sind verschieden.

Im übrigen wollen die meisten gar nicht 100% autentisch sein, was auch nicht funktinieren würde...

ich finde, Spaß und Liebe zu, Detail sind die besten VOrraussetzungen....

Rubinengel hat gesagt…

Uiiiiiiiiiiiiiii .... wir gehen am Sonntag zum Mittelaltermarkt in Rotenburg und freuen uns riesig, über das bunte treiben, über die interessanten Geschichten und Darbietungen, die Handwerker...
Uns ist es egal ob alles authentisch ist oder nicht!
Du bist nicht zufälligerweise in ROW dieses Wochenende????
viele liebe Grüße Rubinengel

GÖ-Gedanken/Buchstaben-und-Salat hat gesagt…

Das ist doch immer so, das immer alle meckern. Wenn man den Markt so machen würde, wie er im Mittelalter wirklich war, ich glaube dann hätte man keine Lust mehr auf so einen Markt zu gehen.

Hildgeard hat gesagt…

@ Ulf.
Ich stimme ja in vielen Punkten zu, z.B. im Punkt Bildungsauftrag, den ich ebenfalls wenig bis nicht dort sehe. Das deine Argument regt mich aber ehrlich gesagt imemr wieder auf. Die ganze Diskussion dreht sich letztendlich ausschließlich um die Darstellung.d.h. um die Frage: "Was wird direkt vor dem Publikum gezeigt?" Unabhängig davon was man nun darstellen will oder ob überhaupt: Was haben bitte all diese Dinge damit zu tun? Das hat nichts, rein garnichts mit der Diskussion über Darstellung zu tun. Oder wirst du aus dem Tennisclub geworfen, weil dein Privatauto grün ist? Darfst du nicht bei Aldi arbeiten weil du zu Hause auf der Couch ein Pennyshirt trägst? Muss Angelina Jolie 24/7 im Filmoutfit rumlaufen???
Ich wünschte, das Argument würde endlich verschwinden, Ich habe keine Darstellung, kann aber die Reaktionen darauf verstehen. Es geht nicht ums "authentisch sein" (was niemand will), sondern um die endlich richtige Trennung zwischen Hobby/Zeigen vor dem Besucher und Privatleben- 2 völlig verschiedene Dinge...

FrauJudith hat gesagt…

Ich war kurz auf dem Link.

Das ist kein Mittelalterblog, das ist ein Meckerblog.
Gab es im Mittelalter übrigens auch nicht, den PC!

Frohe Pfingsten,

Judith

Ray Gratzner hat gesagt…

Liebe Hexe,

Klugscheißer gibt es immer und überall, ohne Frage.

So ein Markt will organisiert und betrieben sein und er soll mir als Besucher gefallen, ganz klar, das geht nicht ohne Kompromisse...

Liebe Grüße Rainer

Shoushous Welt hat gesagt…

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, weil ich gehe auf solche Märkte um Spaß zu haben, das eine oder andere zu kaufen und zu bestaunen und fehl am Platz fäande ich da nur Sockenverkäufer. Ich kann solche Diskussionen gar nicht verstehen, aber besserwisser und -könner wird es imme rgeben

Eine schöne Woche noch wünscht Shoushou

Chuck hat gesagt…

*kopfschüttel*
Also, lieber n Stand mit selbstgestrickten Socken als mit Indianerschmuck. Oder ne Braterey die Kartoffelecken anbietet.

Hexe hat gesagt…

Also selbstgestrickte Socken fände ich auch besser als Traumfänger usw.

Aber ich glaube es waren in diesem Fall auch eher die Stände mit Neuware gemeint.

Anonym hat gesagt…

An dem Beitrag und den Kommentaren sieht man sehr schön, wie niveaulos doch viele Menschen sind. Ist ja einfacher, jemanden nieder zu machen, der mehr von einer Veranstaltung erwartet, die das Prädikat "Mittelalter" trägt, als sich ernsthaft Gedanken zu machen, was dahinter steckt. Blöd sein ist halt in ;)

Hexe hat gesagt…

Liebe/r Anonym.
Anstatt hier richtig mitzudiskutieren, und das ohne Beleidigungen, ziehst du es vor unter dem Mantel der Anonymität zu schreiben. Sehr schade aber auch nicht unerwartet.
Hier wurde auch Niemand niedergemacht, sondern eine sachliche Anregung zur Diskussion gegeben. Es gibt kein Prädikat *Mittelalter*, sondern nur eine gschichtliche Epoche, die man Mittelalter nennt. Wir leben im 21. Jahrhundert und das ist auch gut so.

Chuck hat gesagt…

"Ich verstehe es auch nicht, wieso diese "Experten" (wer ernennt die eigentlich als solche?)"
"Absolut lächerlich, wirklich!"
"bringe ich meine Video-Kamera mit, dann machen wir ein Video von dem "A-Pabst" und stellen es ins Netz"
"Das ist kein Mittelalterblog, das ist ein Meckerblog."
"Klugscheißer gibt es immer und überall, ohne Frage"
"aber besserwisser und -könner wird es imme rgeben"

Nur ein paar Kommentare über Turtle..meinst du allen ernstes das das hier eine sachliche Diskussion ist? Bei weitem nicht, und dan wirfst du "Anonymus" auch noch vor er wäre beleidigent?

christine hat gesagt…

Hi, ich verstehe nicht warum "Experten" solch ein tara darum machen. Ich persönlich gehe auf solche Märkte, weil es mir spass macht und ich ein hauch von MA erhaschen möchte.

Jøran-Njål hat gesagt…

Chuck (wer Du auch sein magst) hast recht. Wobei Turtle das wohl auch überleben wird. ;-)

Hexe hat gesagt…

Es ist wirklich interessant, wie sich hier Einige persönlich engegriffen fühlen. Es wurde doch Niemand persönlich von mir angegriffen.

Aber wie immer bei solchen Diskussionen kommen aus der "A" Seite nur Angriffe aber keine sachlichen Gegenargumente. Nicht Einer ist mal darauf eingegangen, warum so ein "authentischer" Markt bisher nicht gemacht wurde.

Und die Mehrheit scheint ja lieber zur Unterhaltung auf einen Mittelaltermarkt zu gehen. Warum kann das nicht einfach akzeptiert werden?

Seltsamerweise findet man solche unsachlichen Diskussionen immer nur in der Anonymität des Internets. Ob bei WKW, in diversen Foren oder jetzt auch hier. Wenn man diese Leute auf einem Markt trifft, sind sie ganz anders.

Ich finde es wirklich schade. Immer nur kritisieren, anstatt Jedem die Freiheit zu lassen, sein Hobby so zu gestalten, wie er persönlich es möchte.

Wie ich weiter oben schon sagte:
Es gibt kein Prädikat *Mittelalter*, sondern nur eine gschichtliche Epoche, die man Mittelalter nennt. Wir leben im 21. Jahrhundert und das ist auch gut so.

Asrun hat gesagt…

Naja, aber all diese Mittelaltermärkte gaukeln dem geschichtlich kaum interessierten aber feierfreudigen und weltentfliehendem 0815-Besucher doch vor, sie könnten "einen Hauch Mittelalter erhaschen". Das dem nicht mal im Ansatz so ist, wird den Meisten gar nicht bewusst.
Das ist es doch, worauf die hier so verpönten "A-Päpste" oder Experten (und ich würde mal behaupten, dass die meisten Reenactors, die sich ernsthaft mit der Materie beschäftigen, sich niemals selbst so nennen)hinweisen. Warum muss bei ernsthafter Kritik an den inflationären und ramschigen Mittelaltermärkten gleich so zurückgeschossen werden?

Hexe hat gesagt…

Das Problem ist ja nicht die Kritik. Auch nicht die Reenactors. Ich selbst kenne viele ernsthafte Reenactors, die niemals von Anderen die gleiche Ernsthaftigkeit erwarten oder verlangen würden.

Das Problem liegt einfach darin, dass man unterstellt, Mittelaltermärkte wären Lernveranstaltungen. Das können sie nicht sein. Und was ist so schlimm daran, wenn "ein Hauch von Mittelalter" erhascht werden kann? Das echte Mittelalter ist nunmal vorbei.

Es ist doch völlig weltfremd, zu denken, man könnte auf Märkten authentisch wie im Mittelalter sein. Deshalb fragte ich ja danach, warum nicht von den entsprechenden Leuten mal so ein Markt gemacht wird. Dann wäre doch dem Anspruch genüge getan.

Asrun hat gesagt…

Der Grund liegt wohl daran, dass Veranstalter nicht das Wohl der "Mittelalterfans" im Auge haben, sondern in erster Linie das schnöde Geld. Und mal im Ernst: welcher gewöhnliche Mensch der Neuzeit, der einen Abend mit Met und Musik verbringen möchte, und auf Geschichte pfeift, würde sich einen Markt, mit Viehzeugs, das die Wege vollkackt, und deren Lärm antun. Und dann noch die hygienischen Bedingengen. Keine Dixis, wenn die Blase voll ist, kein fliessend Wasser... abgesehen davon, dass irgendwelche Ämter das eh nicht genehmigen würden... das erklärt vielleicht auch, warum es solche "super-authentischen" Märkte nicht gibt.
Gerade deswegen sollten sogenannte MA-Märkte weg von der reinen Sauf- und Fressbespaßung hin zu mehr Geschichte. Ansonsten kann sich das feiernde Volk doch auf der Kirmes treffen... ;-)

Anonym hat gesagt…

Mittelaltermärkte eignen sich wenig zur echten Beschäftigung mit Geschichte. Aber dafür gibt es ja Burgbelebungen, Museumsveranstaltungen und ähnliches. Da kann man sich dann wirklich hineinfühlen ins Mittelalter - in dem man als Teilnehmer eben möglichst authentisch dabei ist, oder als Besucher schaut, Fragen stellt, Vorführungen sieht und so weiter. Da braucht es dann aber natürlich keine "fantasiegewandeten" Besucher.
Die Märkte dagegen dienen wirklich in erster Linie der Belustigung und dem Ausleben des "Spieltriebs" von Erwachsenen und Kindern. Auf jeden Fall ist auch das als aktive Freizeitgestaltung dem bloßen Konsumieren vor der Glotze vorzuziehen.

Lidania

Anonym hat gesagt…

Leute, LEST ihr die Kritiken der "Gegenseite" überhaupt richtig durch? Wo genau behaupten denn die Experten und Kritiker, dass Mittelaltermärkte GENAU SO sein sollten wie im Mittelalter!? Eigentlich.. nirgends. Was die Kritiker sagen und tun ist doch ganz einfach: die gehen auf Märkte und schauen sich das an. Dann geben die Hilfestellung, was man am besuchten Markt noch verbessern könnte, damit es MEHR mittelalterlich wird. NIEMAND will einen Markt z.B. ohne moderne, Sanitäre Anlagen. Aber man kann auch Dixi-Häuschen verstecken und eben so gestalten, dass sie auf einem Mittelalterlichen Markt nicht auffallen. Niemand will, das die Fresserei und Sauferei auf den MA-Märkten aufhört, aber man muss doch wirklich kein Experte sein um zu wissen, das Kartoffel eben im Mittelalter noch nicht als Speise bekannt waren! Und man muss doch ebenso kein Experte sein, um zu wissen, das indischer Weihnachtsschmuck auch nicht aus dem Mittelalter kommt. DAS ist es doch, was die Kritiker, darunter auch ich, bei vielen Märkten bemängeln, dass sich einfach keine Mühe mehr gegeben wird von den Veranstaltern, sondern nur noch alles auf so einen Markt geklatscht wird, was man finden kann. Man kann das Offensichtliche weglassen (Pommes usw.) und das notwendige (Toiletten, Handwaschgelenheiten usw.) schön kaschieren.

Viele Grüße
Andreas

Hexe hat gesagt…

Lieber Andreas, so wie du das ausdrückst, klingt es sehr nett und auch richtig. Nur leider sieht die Realität anders aus. Falls du Mitglied bei WKW bist, schau dir mal dort die entsprechenden Gruppen und die dortigen Diskussionen an. Es geht ja hier nicht um den einen Blog sondern um die Diskussionen im allgemeinen.

Anonym hat gesagt…

Andreas, mit dem was du da jetzt geschrieben hast, stimme ich total überein. Das sehe ich nicht anders. Aber ich kenne auch aus den Internetforen diese anderen Typen, die meinen, Alle müssten alles entweder 100% authentisch oder aber gar nicht betreiben.
Das können sie von mir aus für sich gerne so machen, aber andere niedermachen, weil sie es nicht so eng sehen, ist nicht der richtige Weg.

Lieben Gruß
Lidania

Claudia und Joachim (Groschi) hat gesagt…

Wie wäre ein authentischer Mittelalter-Markt. man beachte beide Wörter und ziehe sie auseiander:
Es wäre ein Markt, auf dem waren angeboten werden, Obst, gemüse, Tiere, Gebrauchsgegenstände und das entsprechend seiner zeit, also dem mittelalter (wobei bei 1000 Jahren differenziert werden müßte, bsp. "Wochenmarkt im Jahr 1211, weil aber kaum machbar, wenigstens auf die Zeit "13. Jahrhudnert" eingegrenzt oder mit einer "Zeitstraße"getrennt für das ganze Mittelalter)
Schaut euch mal auf heutigen Märkten in eurer gegend um und versetzt das ganze Gepräge ins Mittelalter, so würde ein korrekter MA-Markt sein: andere Kleidung, andere Waren, andere Sitten.
Allerdings wäre es schwer, den zeitgerechten verkauf von Lebensmitteln und Viehherden hierzulande umzusetzen, obwohl sich die Anischt über Hygiene hierzulande seit dem Mittelalter wenig verändert hat (man beachte den Umgang mit offenen Waren in Bäckereien, Metzgereien, Supermärkten, persönliche Hygiene etc.).
Vermutlich würde das auf viele langweilig wirken, doch warum? weil durch eine falsche Umsetzung der heute üblichen MA-Märkte das Blickfeld auf das Mittelater hübsch verfälscht wurde. Neben einem üblichen Wochenmarkt ließe sich auch bspw. ein Spämi-Turnier darstellen, mit dem dazugehörigen Markt.
Viele Antworten hier, wie etwa von Ulf zeigen die Wissenslosigkeit über die Märkte damals und worum es bei den MA-Märkten heute geht. Die_Darstellung_z. B. beginnt erst mit der offizielen Markteröffnung und endet mit seinem offizielen Ende. Das Drumrum interessiert keinen.
Bite bitte lest erst einmal gute Bücher, bevor ihr in die Klischeekiste greift. Als Mittelalterhobbyist sollte man sich auch mit dem Mittelalter beschäftigen.

Hildegard hat gesagt…

@ Hexe
zu einer Art Lehrveranstaltung machen es für mich die Teilnehmer selbst. Weil man selbst besser dastehen kann, weil man keinen Mut zur Wissenslücke hat? Ich weiß es nicht. Was ich aber oft erlebt habt sind:
- selbsternannte Ritter, die absolut nichts mit Rittern gemein haben aber *jetzt kommt der springende Punkt* den Besuchern sagen, dass ihr Lager eines aus dem Jahr 1375 ist und damals ein Ritter genau sowas gegessen hat.
- Erklärversuche von nicht historischen Gegenständen wie: "Die hätte man durchaus so importiert vorgefunden, also hat es sie doch echt gegeben"

Und entschuldige bitte, aber genau solche Sätze belehren die Zuschauer (das, was du den Märkten absprichst), und diese stehen da uns sagen teils wörtlich: "ah, interessant, was man hier so lernen kann."
Also fangen für mich die Fakten da an, wo sie herausposaunt werden, nämlich bei den 100 Lagern auf jedem Markt.
Auch wird explizit damit geworben: "dargestellte Alltagskultur", "Abtauchen in die Vergangenheit", "Akteure zeigen damaliges Leben und erklären dem Besucher Sitten und Bräcuhe" o.ä.

Wenn Marktbesucher und Betreiber keine Lehrveranstaltung wollen,dann dürfen sie ihr Fest eben nicht implizit durch solche halbgaren Erklärungen dazu machen, wobei meist noch falsche Jahreszahlen, falsches Essen etc. mit einfließen.
Wenn NUR Spaß (ich bleibe auch dabei, dass andere Hobbies NUR Spaß machen), dann auch beim Spaß belassen und keine falschen Dinge erklären. Sowas findet man auf 99% aller Märkte. Und wenn man etwas erklärt, dann MUSS man damit rechnen, dass verlangt wird, es solle richtig erklärt werden. Sonst sollte man es lieber bei anderen Dingen belassen ;)
Viele Grüße, Hildegard