Montag, 6. September 2010

Deutsche = Ossis und Wessis?

Letztes Wochenende war ich mit Triskehle das erste Mal seit dem Mauerfall wieder im Osten. Wir haben in Deutzen bei Leipzig neben einem Gothikkonzert den Mittelaltermarkt bespielt. Davon werde ich auf dem Triskehle Blog noch schreiben.

Wie gesagt, seit mehr als 20 Jahren war ich das erste Mal wieder dort und ich muss sagen, es hat sich wahnsinnig viel verändert. Kein grauer Sozialismus mehr sondern "blühende Landschaften". Sehr schön.

Allerdings muss ich sagen, ich war sehr erstaunt und ehrlich auch enttäuscht über die Einstellung fast aller Menschen dort mit denen ich sprechen konnte. Hier bei uns redet kein Mensch mehr von Ossis oder Wessis. Es ist mittlerweile völlig normal, dass es ein Deutschland gibt. Auch wenn man mit Jemand zusammen trifft, der erkennbar z.B, aus Sachsen kommt, geht man doch mit ihm um wie mit jedem Anderen.

Nicht so in Deutzen. Immer wieder wurden wir gefragt woher wir kämen. Und deutlich wurde gezeigt, wie wenig man mit Wessis zu tun haben wollte. Nicht mit uns wohlgemerkt denn wir wären ja erfrischend anders. Aber Wessis im allgemeinen dann doch lieber nicht.

Ich finde das sehr traurig, vor allem da es ja überwiegend jüngere Leute waren. Mit einem der Händler habe ich mich darüber unterhalten können und er sagte, das käme daher, das nach der Wende so viele Wessis der schlechteren Sorte in den Betrieben das Sagen übernommen hätten. Aber sollte man nicht nach mehr als 20 Jahren als Volk zusammen gewachsen sein? Offensichtlich sehen die "Ossis" das nicht so.

Eine andere Sache ist mir auch etwas unangenehm aufgefallen. Es gab ziemlich viele Rechte auf der Veranstaltung. Ich hätte nicht gedacht, das gerade die schwarze Szene dort so mit Rechten versetzt ist. Die zeigen das auch ganz ungeniert und Niemand nimmt Anstoß daran.

Aber ich muss natürlich auch sagen, es gab total viele nette Menschen dort. Im Hotel wurden wir total bemuttert und die meisten der Gothiks waren absolut nett.


Kommentare:

Ferun Namid hat gesagt…

Das im Osten mehr Rechte sind als hier, das kenn ich schon. Ich dachte erst es sei ein Gerücht, aber nein. Selbst wenn es nicht um Veranstaltungen wie Märkte geht, sind sie immer da. Man erkennt sie sofort.

Rubinengel hat gesagt…

Mein Liebster stammt auch aus dem Osten, berlinert munter durch Rotenburg, interessant wird es wenn man auf der riesigen Betriebsfeier mit lauter Ossis an einem Tisch sitzt ohne das man es vorher auch nur geahnt hat! Es gibt schon nun Unterschiede, die sollen auch bleiben, denn es gibt ja auch unterschieden zwischen "uns" und den Bayern...also ich komme aus dem Norden und bin so ganz anders gestrickt als die aus dem Süden oder Osten. Das ist eben meine Region und in der Lebe ich. Ansonsten mach ich da keine Unterschiede. Außerdem liebe ich meinen Ossi über alles;-)
viele liebe Grüße Rubinengel

Hexe hat gesagt…

Ich weiß nicht, ob es ort mehr Rechte als bei uns gibt aber sie zeigen sich auf jeden Fall offen.

brunos hat gesagt…

Also Sachsen ist die Heimat der rechten Szene. Da ist richtig was los wenn es um rechts geht.Ich denke auch das das die Region, in der die Wessis nie richtig angekommen sind. Dann komm mal nach Schwerin,hier wird man immer mit offenen Armen empgangen.

FrauJudith hat gesagt…

Das die Kameradschaften im Osten verbreitet sind, hört man ja oft.
Aber schlimmer ist:
Bei uns in Hamburg sitzen die Köpfe!

Der Rieger war hier ja immer aktiv und am 1. Mai stehen die jedesmal vorne an der Straße (Barmbek)!!!

Aber das Musikfest war doch gut, oder?

Liebe Grüße

Hexe hat gesagt…

@Frau Judith
Ich muss gestehen, ich kannte von den ganzen Bands die da auftraten nur Mehgaherz und Saltatio Mortis. War teilweise sehr laut aber dem schwarzen Volk gefiel das und für die war es ja auch da. Der kleine Mittelaltermarkt war nett und gemütlich und die KOllegen waren nett.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Margo!
Es liegt zum größten Teil wirklich daran, dass Leute vom Westen enttäuschend waren, überheblich, besserwisserisch, lügnerisch. Die Erfahrungen habe auch ich gemacht. Unsere eigene (West-)Verwandtschaft sieht (und behandelt) uns immer noch wie Menschen zweiter Klasse....und das tun nach wie vor immer noch viele, vor allem Die mit Geld. Daher wohl auch die Abneigung. Es liegt nicht nur an einer Seite.
Bei mir sind alles Menschen,....wie Du weißt.....und ich seh´da auch keine Unterschiede mehr, aber bemerke dennoch, wo Unterschiede gemacht werden.

Die Rechten.....es stimmt, sie sind ZU pesent hier im Osten und etablieren sich auch immer mehr. Ist doch klar....bei der Politik, dass "Denen" Gehör geschenkt wird.
Am Ende versprechen sie alle nur (....um an die Macht zu kommen,....was man "Macht" nennen kann).
Ganz liebe Grüße
Grey Owl

Svenja-and-the-City hat gesagt…

Ich bin gerade mit dem Motorrad durch Thüringen gefahren und war erschrocken, wieviel Verfall noch immer oder schon vorhanden ist. Jedenfalls in Gotha war das so. Es hat mir dort überhaupt nicht gefallen, aber das ist sicher sehr unterschiedlich.
Herzliche Grüße, Svenja

RUDHI - Chance hat gesagt…

Für mich gibt's keinen Unterschied bei den Deutschen;-) Grey Owl erklärt das meinem Gefühl nach richtig! Aber das Rechtsrücken ist unerfreulich! (Denn: wenn 'Schwarze' nach rechts fallen, kommen sie oft braun wieder 'hoch'...) Und mit Sarrazin zeigt sich ja auch wiederum, dass überall noch allzuviele Leute braune Unterwäsche tragen!

Hexe hat gesagt…

Also ich hatte am Wochenende wiederum Gelegenheit mit Leipzigern über dieses Thema zu sprechen und ich habe inzwischen den Eindruck gewonnen, dass dieses Wessi-Ossi Gehabe von manchen Leuten aus den östlichen Bundesländern geradezu gepflegt wird.

Meiner Meinung nach sollte man nach mehr als 20 Jahren damit doch allmählich aufhören. Und Sprüche wie:"Solidaritätsabgabe zahlen wir ja Alle aber, haha, nur wir bekommen was davon." tragen ja auch nicht geradezu zur Freundschaft bei.