Donnerstag, 6. Mai 2010

Reha

So, nun habe ich die beiden ersten Rehatage hinter mir. Gestern war ich danach zu absolut Nichts mehr fähig. Total erledigt und kaputt. Man glaubt es kaum, wie so ein paar Stunden anstrengen können. Aber ich erzähl mal genauer.

1. Tag
Tom sollte mir den Wecker auf 7 Uhr stellen, hat aber leider auf 8 Uhr gestellt. Will heißen, war nix mit in Ruhe frühstücken, Tasche packen und fertig machen. Nein, in Windeseile machen was noch ging und runter. Der Fahrdienst der Tagesklinik kam pünktlich und los gings.

Ankunft bedeutete anmelden, unterschreiben, ärztliche Untersuchung. Erster Minupunkt: Die Ärztin war nicht besonders nett. Ich bin da immer etwas empfindlich, bilde mir immer noch ein, Ärzte müssten für kranke Menschen Verständnis haben. Nein, ich hörte nur:"Wieso kommen sie mit so hohem Blutdruck hier her?" Tja, Pech gehabt, ich hab mir extra den Blutdruck hoch geschraubt und die Ärztin zu ärgern.

Aber im Ernst, mein Blutdruck war auf einmal in schwindelnden Höhen was mir ziemlich Angst macht. Hab mir für Montag einen Termin bei meiner Hausärztin geholt.

Nun gut, nach der Untersuchung wieder zum Empfang. Ich bekomme (gegen 20€ Kaution) einen Spindschlüssel, einen Hefter mit Informationen über das Haus und einen Umhänger mit dem Tagesprogramm. Dann bekomme ich das Haus gezeigt.

Und schon geht es zum ersten Programmpunkt: Heißluft-Therapie. Das ist ja schön für den Anfang. Man liegt gemütlich auf dem Bauch und wird von oben mit Rotlicht bestrahlt. 25 Minuten in denen ich den morgendlichen Stress abbaue. Danach kommt sofort ein Therapeut. Wirklich ein sehr angenehmer Mensch und freundlich. Er stellte zunächst viele Fragen und untersuchte meine Beine. Erster Pluspunkt, er bestätigte meine Vermutung das, entgegen der Aussage der Ärzte, mein linkes Bein immer noch länger ist als mein rechtes.

Nächster Programmpunkt: Mittagessen. Zweiter Minuspunkt, dieses Essen ist lieblos und unschmackhaft zubereitet. Kartoffelpüree aus der Packung, Sauerkraut aus der Dose einfach nur warmgemacht und dazu lauwarme Weißwürstchen. Bäh! Und die Köchin war von der gleichen Art wie die Ärztin. Schnell aufessen und weg aus der Cafeteria.

Nach einer Pause ging es zum 4. Programmpunkt: Vortrag über soziale Aspekte der Gesundheit. Was soll das bloß sein dachte ich. Es ging dabei hauptsächlich darum wie man einen Antrag auf einen Behindertenausweis stellen muss. Jeder bekam auch gleich so ein Formular in die Hand gedrückt. Guter Service finde ich.

Danach ging es zum 5. Programmpunkt: 1 Stunde Muckibude. Dritter Minuspunkt, die Geräte sind ziemlich herunter gekommen. Die Sättel der Fahrräder sind hart wie Stein weil null gepolstert und manche der Geräte sind eigentlich für den Privathaushalt gedacht (laut Etikett). Aber der junge Mann, der mir Alles zeigt und erklärt scheint wirklich Ahnung zu haben und ist wirklich sehr nett. Zur Unterhaltung bei den langweiligen Übungen hat er für uns mit 5 Bällen jongliert. Ich bin 30 Minuten Rad gefahren und dann nochmal 30 Minuten an anderen Geräten. Danach war ich fix und fertig.

Und dann war der erste Tag zu ende. Fazit: 3 Minuspunkte und 1 Pluspunkt

2. Tag
Diesmal klingelte der Wecker pünktlich und ich konnte in Ruhe Alles fertig machen. Der Fahrdienst war auch wieder pünktlich und so ging es gleich los. Anmelden, unterschreiben und ab in die Muckibude. Liest sich gut, sah aber so aus: Zeitlupenbewegungen weil ich vor Muskelkater kaum laufen konnte. Wieder das Programm von gestern, wobei ich meine Fahrradstrecke um glatt 1 Kilometer verbessern konnte.

Danach Station 2: Heißluft-Therapie. Das tat nach der Muckibude richtig gut. Und dann kam der Höhepunkt des Tages: der nette Therapeut ließ sich von mir überzeugen die anstehende Lymphdrainage erst morgen zu machen und mir statt dessen meine schmerzende Schulter zu massieren. Herrlich, 30 Minuten Rückenmassage!!! Und den ganzen Tag keine Schulterschmerzen mehr! Dicker Pluspunkt für fähiges Personal.

Station 3 war dann wieder Mittagessen. Heute schmeckte es wenigstens. Es gab Wurstsalat und dazu einen Laugenbrezel. Also ich finde das ist eher ein Abendessen, aber wie gesagt, es schmeckte wenigstens.

Dann sollte eigentlich Bewegungsbad kommen aber wegen meines hohen Blutdrucks durfte ich da nicht mitmachen. Also 30 Minuten Pause plus 30 Minuten reguläre Pause. Zum Glück hatte ich ein Buch dabei. Kaffee und Tee oder Wasser gibt es im Foyer, das auch der Pausenraum ist, reichlich und gut. Zweiter Pluspunkt. Allerdings soll es laut Prospekt auch einen Ruheraum mit Liegen geben. Den habe ich bisher aber nicht gefunden.

Nach der Pause gab es Krankengymnastik in der Gruppe. Rückentraining. War ganz gut aber irgendwie auch etwas halbherzig. Aber ich hatte eine gute Partnerin, mit der die Partnerübungen prima klappten. Wir hatten Alle Spaß und es wurde gelacht. Was aber gleich unterbunden wurde, da im Nebenzimmer eine Gruppe autogenes Training macht und Ruhe brauchte. Dafür einen Minuspunkt, denn man sollte das so organisieren, dass die Gruppen sich nicht gegenseitig stören.

Danach gab es einen Gesprächskreis: Kommunikation. Man sollte über die Probleme der Kommunikation mit Arzt oder Therapeut diskutieren. Aber leider waren die anderen Patientin völlig desinteressiert, so dass das Gespräch zwischen der Moderatorin, einer Mitpatientin und mir statt fand. Danach sollte es noch 10 Minuten Entspannung geben. Allerdings nahmen nur 6 von der voher 20 Patienten zählenden Runde teil. Ich fand diese Entspannungsübung wirklich toll und muss sagen, die Anderen haben was verpasst.

Dann wieder Feierabend und mit dem Fahrdienst nach Hause. Für den Fahrdienst gebe ich auch einen Pluspunkt. Heute ging es mir auch schon Etwas besser als gestern.

Gesamt nach zwei Tagen: 4 Minuspunkte, 4 Pluspunkte

1 Kommentar:

brunos hat gesagt…

Na das hört sich doch alles gar nicht so schlecht an. Wenn du fertig bist, kannst du ja mal die Plus und Minus punkte zusammen zählen und sehen was überwiegt. Aber ich denke das solche Rehamassnahmen immer so verlaufen. Ich werde jedenfalls weiter lauschen wie deine Tage so voran schreiten. Durchhalten Margo, das ist der Trick, einfach durchhalten.

Alles Liebe Danny (Bruno)