Sonntag, 8. November 2009

Kevinismus-Chantallismus

In einer Gruppe bei wkw fand ich diesen Text, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Kevinismus - Chantalismus
Als Kevinismus (auch: Chantalismus)
bezeichnet man die krankhafte Unfähigkeit,
menschlichem Nachwuchs menschliche Namen zu
geben. Kevinismus führt bei den Erkrankten
und vor allem bei deren Nachwuchs zur
sozialen Isolation. Die Betroffenen
entwickeln eine Psychose gegen gesunde
Menschen und verkehren nur mit Personen, die
ebenfalls an Kevinismus leiden.

Nicht ganz ernst zu nehmen natürlich.

An Kevinismus Leidende haben empfindliche
synaptische Störungen, menschlichem Nachwuchs
sozialverträgliche Namen zu geben.
Ungeachtet, ob es sich um imaginären
Nachwuchs in einer Diskussion oder ob es sich
um den tatsächlichen, geborenen Nachwuchs
handelt; sie favorisieren stets grausam
exotische Namen, die ungeachtet der späteren
Entwicklung des Kindes zu gesellschaftlichen
und familiären Nachteilen führen. Die
favorisierten Namen kann man eindeutig in die
Kategorien Kitsch und Naivität einordnen. Sie
stammen häufig aus mehr oder weniger
erfolgreichen Telenovelas oder sind Namen aus
anderen fragwürdigen Quellen.

Ursachen

Da die Krankheit ausschließlich bei
gebärfähigen jungen Frauen auftritt, die sich
in der Endphase der Pubertät befinden, geht
man davon aus, dass die Krankheit hormonell
induziert ist. Durch das bewusste Erleben von
Geburten in der Verwandtschaft und im
Bekanntenkreis gerät der Hormonhaushalt der
Betroffenen durcheinander. Der Körper kommt
mit dem Hormonüberschuss nicht klar. Vor
allem die Hirnregion, die die Sozialkompetenz
steuert, ist davon betroffen. Die Betroffenen
entwickeln dadurch erhebliche
Namensfindungsstörungen. Gleichzeitig prägt
sich bei ihnen eine schwere Form der
Selektiven Wahrnehmung aus.


Verbreitung

Die Krankheit kommt in allen
Gesellschaftsschichten vor. Sie tritt jedoch
in den Randschichten verstärkt auf.
Seltsamerweise haben sowohl Menschen der
Unterschicht (Sozialhilfeempfänger und Hartz
IV-Empfänger) als auch der Oberschicht
(Prominente, Schauspieler und Popstars) das
Bedürfnis, ihren Kindern vollkommen exotische
Namen zu geben. Ein Grund könnte sein, dass
sie die Einzigartigkeit ihrer Kinder auf
übertriebene Art nach außen demonstrieren
wollen. „Mein Kind ist etwas Besseres als die
anderen.“ In der Mittelschicht ist der
Kevinismus so gut wie gar nicht anzutreffen,
da hier altmodische Namen wie Johanna,
Wilhelm und Franziska bevorzugt werden. Seit
aber im Jahre 1973 die flächendeckende
Verteilung eines schwedischen Möbel-Kataloges
eingeführt würde, heißen die
Mittelschicht-Kinder überwiegend wie
Ikea-Regale: Tjark, Torge, Geske, Kjell,
Arved, Ole, Jette, Bjarne, Frigga, Tomte,
Mella, Björk, Lasse, Sören und Knut.

Symptome

Es gibt verschiedene Symptome, die auf eine
Erkrankung an Kevinismus hindeuten:

* die favorisierten Namen sind ausnahmslos
Doppel- oder Dreifachnamen
* Einzelnamen und gesellschaftlich bereits
etablierte Namen werden verächtlich
kommentiert
* mindestens einer der Namen endet auf -ia,
beinhaltet ein y oder beginnt mit Ch
* ungewöhnliche Verwendung diakritischer
Zeichen wie í, ë oder ŷ
* werden die Namen niedergeschrieben, so
werden sie stets mit Herzchen oder blinkenden
Smilies verziert
* der Wohlklang der erwählten Namen wird der
Umwelt durch Autoaufkleber auf der
Heckscheibe kundgetan
* manisches Verlangen, die Namen französisch
oder englisch angehaucht aussprechen zu
wollen
* die Konversation mit anderen Erkrankten
führt in der Regel nach wenigen Minuten zur
Hyperventilation

Die Erkrankten reagieren auf Kritik verbal
äußerst aggressiv. Sie sind zu weiteren
Diskussionen nicht in der Lage und flüchten
sich in Beschimpfungen und Ignoranz

Diagnose

Die Diagnose ist eindeutig zu erheben.
Zunächst wird passiv die Krankengeschichte
(Anamnese) betrachtet, indem die Konversation
der Betroffenen mit Gleichaltrigen verfolgt
wird. Es bietet sich dazu an, eventuelle
Webforen-Teilnahmen und Internet-Blogs der
Person aufmerksam zu verfolgen. Ist dort das
überwiegend herrschende Thema Nachwuchs,
Familie und Kindernamen, ist die Gefahr des
Kevinismus gegeben. Um dies zu bestätigen,
schaltet sich nun der Beobachtende aktiv in
die Konversation ein. Durch vorsichtige
Kritik am Namensgeschmack („Du, den Namen
finde ich jetzt nicht so toll“) versucht er
sich der Person zu nähern. Reagiert diese
schlagartig gereizt und aggressiv, so ist sie
eindeutig an Kevinismus erkrankt.

Bei der Diagnose ist stets zu
berücksichtigen, wie gebräuchlich und
anerkannt der gewählte Name im Kulturkreis
der Eltern ist. So ist der US-Amerikanische
Schauspieler Kevin Spacey ein vollkommen
akzeptiertes Mitglied der US-Gesellschaft,
zumal er in den frühen 1990er die Coolness
erfand. Bei den Eltern eines deutschen Kindes
mit diesem Vornamen wäre die Diagnose
hingegen eindeutig

Therapie

Da sich Kevinismus rasend entwickelt,
gestaltet sich die Therapierung äußerst
schwierig. Durch gutes Zureden allein
erreicht man in der Regel keinen Erfolg. Hier
muss der Lebenspartner verantwortungsbewusst
ansetzen. Er muss die Erkrankte mit
ausdauernder und wiederholter Kritisierung
ihres Namensgeschmacks und ihrer Intelligenz
behandeln. Weiterhin muss er ihr täglich vor
Augen führen, dass das Kind -so Gott will-
irgendwann erwachsen wird und dass dann
dieser Name hinderlich sein wird. Auch ist es
hilfreich, wenn die Schwiegereltern sich
ihrer sozialen Rolle bewusst werden und
ebenfalls diese Behandlungsmethode anwenden.

Leider verkommt der durchschnittliche
deutsche Mann immer mehr zum Pantoffelhelden,
so dass sich die Krankheit ungehindert
ausbreiten kann. Aus diesem Grund ist die
Krankheit in islamischen Ländern vollkommen
unbekannt. Beim ersten Anzeichen an
Kevinismus wird die traditionelle
Behandlungsmethode „Tracht Prügel“ seit
Jahrhunderten erfolgreich angewandt. Zur Zeit
läuft am Universitätsklinikum Göttingen eine
Studie, die feststellen soll, ob durch den
„Pädagogisch adäquaten Transfer
soziologischer, charakterbildender Hilfe“
auch erkrankte deutsche Frauen behandelt
werden können. Obwohl die Studie über einen
längeren Zeitraum ausgelegt ist, sind die
ersten Testergebnisse vielversprechend.

Prognose

Kevinismus ist ein großes soziales Problem in
Deutschland. Da die Erkrankten zeitweise
unzurechnungsfähig sind, geht von ihnen eine
große Gefahr aus. Häufig sind schon
Lebenspartner, die die Behandlung nicht
selbstbewusst genug durchgeführt haben, von
den Erkrankten in einem akuten Anfall
verletzt worden.

Kinder, die mit diesen Namen gesegnet sind,
haben oftmals eine schwierige Kindheit vor
sich. Sie werden häufig von den anderen
Kindern im Kindergarten und später von ihren
Klassenkameraden gehänselt. Sie entwickeln
sich in dieser Phase zu AK oder werden
introvertiert. Eine kriminologische Bewertung
geht davon aus, dass diese Kinder eine höhere
Wahrscheinlichkeit haben, Elternmörder oder
Amokläufer zu werden.

Auch kann nicht verkannt werden, dass ihnen
der soziale Aufstieg meistens verwehrt
bleibt. Spätestens beim Bewerbungsgespräch
erfahren sie die volle Härte, die der von den
Eltern vergebene Name mit sich bringt. Kinder
prominenter Eltern werden dagegen keine
Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen
haben, da ihnen generell kein Umgang mit
Gleichaltrigen erlaubt wird. Bei den
weiblichen Erwachsenen kommt erschwerend
hinzu, dass mit ihren Namen das
Prostitutionsgewerbe assoziiert wird.
Zitate

* „Mama, warum heiße ich so?“
* „Wenn du willst, dass der Name unserer
Tochter wie ein Badreiniger klingt, bitte
schön! Dann darfst du dich aber nicht
wundern, wenn sie irgendwann anfängt Domestos
zu trinken.“
* „Ah geh, Schadé, kimm amai her!“ (Mutter
ruft den kleinen Shadé in München zu sich)
* „Scheiiiißen! Komm rein, Mittagessen!“
(Mutter ruft den kleinen Jason zu Tisch)
* „Üffes! Komm mal her!“ (Mutter ruft den
kleinen Yves auf dem Spielplatz in Köln zu
sich)
* „Ich heiße doch aber Frankoise!“ (Empörtes
Kind in Ostdeutschland am ersten Schultag,
nachdem der Lehrer seinen Namen
fälschlicherweise „Françoise“ ausgesprochen
hat)
* „Jaakeeeliiiine..komm !! Dat Esse wiard
kalt !!“ {Mutter aus dem Ruhrpott - die ihr
Kind zum Essen ruft

Kommentare:

Ashmodai hat gesagt…

Jetzt habe ich beinahe meinen Kaffee an den Bildschirm gespuckt.
Wie herrlich!
Da erinnere ich mich gleich wieder an den Artikel im Stadtanzeiger: "Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose".

Kessi hat gesagt…

Maria =)! Bei mir ist mal fast eine Beziehung daran zerbrochen, weil mein Freund unser erstes gemeinsames Kind "Alarich" nennen wollte =). Soweit sind wir dann allerdings gar nicht mehr gekommen, aber daran musste ich gerade denken, lach... :-)

Sir Mauriac hat gesagt…

Also mir bluten nach den Zitaten nicht nur die Augen.....

Anonym hat gesagt…

Am Ruhrpott hab ich was auszusetzen. Das muss doch heißen:
"Schackeliiiine komm!!!"

;)
Lidania

Geisterwesen hat gesagt…

Ja! Ich kann mich Ash nur anschließen.
Meine Schwester hat Lehramt für Sonderpädagogik, Schwerpunkt Entwicklungsstörung und Schwererziehbar, studiert und die sagt auch immer.
"Kevin, Chantalle und Justin sind Diagnosen keine Namen." Und das hat sich ihr auch praktisch bestätigt.

Trixie hat gesagt…

Das MUSS ich jetzt in mein Forenblog verlinken. Wenn ich nicht darf, dann komm halt vorbei und verhau mich. Aber das ist mit Abstand der beste Blogeintrag, den ich seit `zig Wochen gelesen habe.

Trixie hat gesagt…

Oh je, ich habe grade die Keule im Cpyright gelesen. Ich habe in meinem Forenblog jetzt eben deinen neuesten Eintrag verlinkt, man kommt also auf dein Blog. Ich habe nichts rauskopiert. Sollte es trotzdem verboten sein, mail me:

mail@trixie.tv

Hexe hat gesagt…

@Trixie
Ist schon okay, der Text ist ja nicht von mir, wie ich schon schrieb.

Trixie hat gesagt…

Ja, und da wo ich ihn in meinem Forenblog hinverlinkt habe, kommen eh nur Registrierte rein, auch zur Ansicht. Alles alles im Lack! :)

Du hast ein einfach bezauberndes Blog! :)

Hexe hat gesagt…

Danke schön. :-)))

Paderkroete hat gesagt…

hm ... mein Sohn heisst ebenfalls Kevin ....weil sein englischer Grossvater schon so hiess !