Mittwoch, 15. Juli 2009

Gesundheitsreform?

Ich hab mich heute über meine Hausarztpraxis so geärgert, dass ich mich entschlossen habe den Arzt zu wechseln.

Ich hab wirklich Verständnis, dass man warten muss. Bis 1 Stunde kein Problem. Aber was mir heute passiert ist (und nicht zum 1. Mal in dieser Praxis), mach ich nicht mehr mit.

Es geht dort so, man ruft um 8 Uhr an und bekommt gesagt, wann man kommen soll. In meinem Fall heute um 9.15 Uhr. Ich war pünktlich und rechnete mit eben 1 Stunde Wartezeit. Nach mir kamen noch einige Patienten. Eine Frau fragte, ob wir auch ohne Termin da wären. Nach 1,5 Stunden fragte Tom, der mit war, wie lange es denn noch dauern würde, weil ich um 12 Uhr noch einen Termin hatte. Schließlich wurden wir aufgerufen und durften dann noch weitere 30 Minuten im Sprechzimmer sitzen. Um 11.35 Uhr gab ich auf, denn ich hätte den Termin sonst nicht geschafft. Hab mir dann nur ein Rezept ausstellen lassen. Die zuständige Sprechstundenhilfe behauptete, Alle die nach mir kamen aber vor mir aufgerufen wurden hätten Termine gehabt. Es war aber auch genau die Frau darunter, die vorher erzählt hatte, sie hat keinen Termin.

Als ich mich dann beschwerte sagte man, die Frau Doktor wäre ja auch allein und dann dauert das eben. Das hätte man mir aber auch schon um 8 bei meinem Anruf sagen können, dann wäre ich an einem anderen Tag gegangen.

Wie gesagt, so läuft das dort öfter.

Tom ist ja als Beamter Privatpatient und hat den gleichen Hausarzt. Dadurch sehe ich auch prima, wie anders er behandelt wird. Der muss nie so lange warten und bekommt auch immer gleich einen Termin.

Letztes Jahr hatte ich sehr lange einen quälenden Husten. Alles was ich bekam war ein läppischer Hustensaft. Als Tom dann den gleichen Husten bekam, was passierte wohl? Ja, es wurde eine Blutuntersuchung gemacht und es stellte sich heraus, es war Keuchhusten. Erst danach war man bereit auch bei mir gründlicher zu untersuchen. Da hatte ich den Keuchhusten schon 4 Wochen und wer weiß, wie viele Leute ich angesteckt habe.

Und ich könnte jetzt noch lange so weiter schreiben. Liegt das nun eigentlich an der Gesundheitsreform? Bekommen die Ärzte wirklich nur noch so wenig, dass man als Kassenpatient ein Mensch 2. Klasse ist?

Kommentare:

Silentia hat gesagt…

Das mit dem Patienten zweiter Klasse kenne ich auch. Ich war letztens bei einer Untersuchung und sollte danach zur Besprechung ins Sprechzimmer. Da saß aber schon, wie man mir sagte, ein Privatpatient. Meine "Besprechung" fand dann ganz kurz mitten im Gewühl im Flur statt. Sowas ist einfach ärgerlich!

Anonym hat gesagt…

Sowas ist wirklich eine unverschämte Behandlung! Bin auch einfache Kassenpatientin obwohl ich mich als Beamte auch privat versichern könnte. Aber zum Glück musste ich so etwas bisher noch nie erleben.
Solidarische Grüße
Lidania

brunohs hat gesagt…

Ja und das wird alles noch viel schlimmer. Entweder ist man Peivatpatient und man ist gut dran oder halt Kasse. Dann gibt es nur noch das allernotwendigste. Ich denke ja schon länger, das man versucht das Gesundheitssystem an die Wand zu fahren, um dann alles zu privatisieren. Kostet ja dann auch dem Staat weniger geld. Aber die Ärzte müssen sich nicht beschweren, denn genau sie wollten diese Reform haben!

Ulf von Schellenberg hat gesagt…

Das hat sicher mit der Gesundheitsreform zu tun, angeblich verdienen die armen Ärzte ja so wenig an den Kassenpatienten...

Frau Wolkenlos hat gesagt…

Als Kassenpatient bist Du Patient 2. Klasse. Das ist Fakt. An Privatpatienten verdienen die Ärzte ebne mehr. Du glaubst gar nicht wie oft ich selber schon gemerkt habe, dass ich Patient 2. Klasse bin.
LG

Ashmodai hat gesagt…

So richtig zum Kotzen...
Ich kenne das mit den schnellen Terminen und den ganzen Untersuchungen auch aus meiner Zeit als (privatversichrete) Beamtenanwärerin. Und schon da hat es mich maßlos geärgert.
Mein jetziger Orthopäde macht da glücklicherweise überhaupt keine Unterschiede.