Freitag, 12. Juni 2009

Extremismus

Da ich ja am Sonntag zu der Demo gegen Nazis fahre, denke ich wieder mehr darüber nach, was ist eigentlich Extremismus?

Klar, die politische Erklärung kann ich wie Jeder bei Wikipedia nachlesen. Aber was bedeutet es für mich? Und gibt es schlimmen Extremismus und vielleicht auch Guten?

Also für mich ist Rechtsextremismus schlimm. Genauso schlimm finde ich aber auch religiösen Extremismus. Egal ob es sich dabei um Islamisten, fundamentalistische Juden oder klerikale Christen handelt. Ich finde diese Eingriffe in das Leben der Menschen schrecklich. Als ob irgendein Gott Vorschriften macht, ob man zum Beispiel Kondome benutzen darf oder Kopftücher tragen muss. Deshalb dulde ich auch keinen, wie immer gearteten, religiösen oder rechten Extremismus in meinem Blog.

Und was ist mit Linksextremismus? Gibt es den überhaupt? Ich meine, die Krawalldemonstranten aus den schwarzen Blöcken sind ja Anarchisten und keine Kommunisten.

Und dann gibt es ja auch im zwischenmenschlichen Bereich viele Extreme. Eifersucht, Neugier, Untreue oder Misstrauen kann schnell extrem werden. Oder extremes Saufen.......die Liste kann sehr lang werden.

Also, ich bin gegen Extremismus. Und ihr?

Kommentare:

brunohs hat gesagt…

Das ist eine gute Frage Margo. Was ist Extremismus für mich. Sicher hast du recht damit, wenn du das Judentum, islamismus und all die anderen Dinge ansprichst. Aber ich denke das sich das Bild dieser ganzen Gruppierungen sehr stark verändert hat. Man kann heute den Nazi oftmals nicht mehr von dem Ottonormalverbraucher unterscheiden und ich denke das ist das wirklich schlimme. Sie sind einfach unter uns und niemand merkt es. Es ist eine neue Taktik um noch mehr Wählerstimmen zu bekommen.

RUDHI - DAILY hat gesagt…

Der Weg der ethischen, panreligiösen freien 'Mitte' ist die Musik der Zukunft, wenn es friedlich weitergehen soll. Extremismus ist noch am ehesten als konsequente Selbstverteidigung gegen jedwede unfreiwillige Vereinnahmung und hinterhältige Instrumentalisierung akzeptierbar. Ein echter Freiheitskämpfer ist jedoch niemals einseitiger Aggressor, sondern wachsamer Verteidiger der Freiheit für alle gegen Extremismen aller Art...
Neutrale Freiheit hat einen Preis: Zivilcourage!

Hexe hat gesagt…

@Bruno
Ich muss nun allerdings noch einmal klar sagen, ich habe Nichts gegen gläubige Christen, Juden oder Moslems. Nur gegen die Fundamentalisten, die Fanatischen und Extremen, die Anderen die Luft zum atmen nehmen.

Die Krähe hat gesagt…

Moin Hexe,

Extremismus, egal ob auf politischer, sozialer, gesellschaftlicher oder religiöser Basis, ist für mich ein Überschreiten von, vielleicht einmal, gutgemeinten Ideen oder Grenzen.

Im Buddhismus kennt man den mittleren Weg. Sobald man von dem abweicht, neigt man zum extrem.

Wenn der Objektivismus völlig flöten geht und nur noch die eigenen Auffassung als gut und richtig angesehen wird und, vor allem, auch nicht mehr vor Gewalt als Mittel zur Umsetzung der Ziele zurückgeschreckt wird.

Linksextremisten waren z.B. die RAF. Ihre Ziele und Forderungen mögen zwar einmal gut und richtig gewesen sein, aber, als sie begannen Anschläge und Morde zu begehen, die auch "Unschuldige" trafen, wurden sie in meinen Augen zu Extremisten.

Aber auch die Regierung der ehemaligen UDSSR fällt für mich unter die Rubrik, weil auch dort keine Freiheit herrschte und Kritiker und Gegner rigoros ausgeschaltet wurden.

Der von dir erwähnte schwarze Blog der antifaschistischen Bewegung zählt für mich übrigens auch zu den extremistischen Bewegungen.
Auch wenn sie denken, dass sie für Anarchie und Freiheit eintreten, so widersprechen sie sich schon durch ihre Handlungen, denn Anarchie bedeutet für mich eine freiheitliche, selbstregulierende Gesellschaft ohne Gewalt.

Wenn du so willst sind diese Krawallheinis also nicht weiter als Arnacho-Extremisten.

Egal in welchem Bereich, ich verabscheue Extremismus und Extreme.

Ich wünsch dir ein ervollgreiches Wochenende ;-)

LG
Crow

Hexe hat gesagt…

@Crow

Im Prinzip liegen wir da auf einer Wellenlänge. Nur was die RAF o.ä. betrifft, das sind Terroristen für mich. Ich finde das ist noch eine Stufe weiter.

Und der schwarze Block ist auf jeden Fall extrem. Leider sorgen sie oft dafür, dass eigentlich friedliche Demos umkippen. Ich mag das garnicht.

Die Krähe hat gesagt…

@ Hexe

Ja, richtig, die RAF waren am Ende leider nur noch Terroristen, aber ich denke, genau da liegt doch auch die Gefahr des Extremismus, weil es eben nur ein kleiner Schritt von dem einem zum anderen ist.
Aus muslimischen Extremisten werden nur zu leicht Selbstmordattentäter und somit Terroristen, genau wie aus extremen Abtreibungsgegner, die zwar das Leben Ungeborener schützen wollen, aber nicht davor zurückschrecken, durch Anschläge auf Abtreibungskliniken den Tod bereits geborenen Menschen billigend in Kauf zu nehmen.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Hexe!
Ich finde, dass das Extreme in unserer Zeit oft verherrlicht wird.

Mit Versprechungen, aller Art, untermalt, werden meißt junge Menschen, gerade in dem Alter, wo sie eine Richtung suchen, manipuliert, für welche Ziel auch immer eingespannt, ausgenutzt.

Das "Gemeinschaftsgefühl wird gestätkt,...durch Extreme, wo sich viele zu allen möglichen Sachen überrreden lassen.
Das "Dazugehörenwollen", unterwirft viele Menschen oft alten, unsinnigen Regeln, oder auch neu erfundenen.
Extreme können freilich sehr interessant sein, grad in unserer Überflußgesellschaft, wo jeder nur noch den Anderen "toten" will.

Für mich kommt DAS schon lange nicht mehr in Frage, und früher,...na ja,...."so" extrem war ich nun auch wieder nicht. Sicher hatman mal da oder dort über die Strenge geschlagen mit dem Alkohol oder den Kerl..,...was auch immer. Es ist "vorbei".
Ganz liebe Grüße,
und viel Erfolg, morgen!
Grey Owl

Ulf von Schellenberg hat gesagt…

Erstmal wünsche und hoffe ich für Euch, dass es Morgen nicht zu irgendwelchen Ausschreitungen kommt, bei denen womöglich Menschen verletzt werden!

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch seine Auffassung vertreten soll, auch wenn er dafür angefeindet wird. Dass Gewalt, ob physischer oder psychischer Art dabei aussen vor zu bleiben hat, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Bei der Freiheit und Würde des anderen endet die Diskussion. Wer diese Grenze überschreitet, ist für mich ein Extremist!

Paramantus hat gesagt…

"Extrem" ist ja im Grunde eine Steigerung für "Übertreibung". Und die ist grundsätzlich schlecht... Im politischen Sinne ist das natürlich etwas, das sich durch Gewalt und durch Einschnitt in die persönliche Freiheit anderer definiert. Dass man sowas nicht gutheißen kann, sollte doch wohl klar sein...