Donnerstag, 14. Mai 2009

Der Drache erwacht

Da Rudhi nach weiteren gereimten Geschichten von mir gefragt hat, stelle ich nun mein allererstes in Reime gefasste Gedicht vor. Es ist vom Versmaß her sehr holperig, erster Versuch eben.

Dieses wundervolle Drachenbild durfte ich mit der Erlaubnis des schweizer Künstlers Christoph Roos hier veröffentlichen. Wer mehr von seinen Bildern sehen möchte, einfach das Bild anklicken.



ein Bild




Der Drache erwacht



Tief unten im Berg
liegt er friedlich und ruht.
Bewacht von einem Zwerg
und träumt die Welt wäre gut.

Er träumt einen Traum
voller Frieden und Glück.
Von Blume und Baum,
er lächelt entzückt.

Doch der Zwerg hört sie kommen,
das Menschengeschlecht.
Hat den Lärm längst vernommen,
die Maschinen entdeckt.

Den Berg wollen sie sprengen,
im Weg soll er sein.
Wollen Straßen rein drängen,
in die Masse von Stein.

Menschen gebt acht,
warnt sie der Zwerg.
Der Drache erwacht,
denn sein ist der Berg.


Doch sie hör'n nicht die Warnung,
die der Zwerg ihnen bringt.
Sie haben keine Ahnung,
wo die Sprengung eindringt.

Sie sprengen, zerstören,
sind vor Ungeduld blind.
Die Welt muss ihnen gehören,
weil so mächtig sie sind.

Stellt ein Euer Werk,
Menschen gebt acht.
Zerstört nicht den Berg,
der Drache ist erwacht.


Verdorrt sind die Bäume,
vergiftet die Seen.
Ausgeträumt seine Träume,
die Welt nicht mehr schön.

Es reckt sich der Drache,
sieht das Elend um sich her.
Schwört furchtbare Rache,
will die Menschheit nicht mehr.

Er kommt aus der Tiefe,
schnaubend vor Wut.
Und auf was er auch trifft,
wird versengt von seiner Glut.

Er schlägt mit dem Schwanze,
die Erde erbebt.
Er stampft wie im Tanze,
bis Niemand mehr lebt.

Seine mächtigen Schwingen
peitschen die Wellen der Meere.
Keine Flucht kann gelingen,
Wasser schluckt auch die Heere.

Menschen gebt acht,
groß wird Eure Not.
Wenn der Drache erwacht,
seid Ihr bald alle tot


Ist die Erde wieder rein
von Zerstörung und Dreck,
schläft der Drache bald ein,
bis man wieder ihn weckt.

Menschen gebt acht,
seid nicht eitel und stolz.
Wenn der Drache erwacht,
seid Ihr es, denen er grollt.

Kommentare:

Andy hat gesagt…

Tolles Bild voll leuchtender Farben!
Märchen und Sagen sind für mich immer etwas faszinierendes!

RUDHI-Daily hat gesagt…

Meinen APPLAUS, Hexe! Das Jahr 2012 naht, und wer weiß, welcher DRACHE sich dann regen wird oder soll?
So viele Holperer sind es nicht; stören mich nicht, habs EX durchgelesen:)Und auch der Maler ist eine Neu-Entdeckung für mich. Friedlichen Tag noch!

Hexe hat gesagt…

Na ja, eigentlich sollte das Gedicht so eine Art Parabel gegen die Zerstörung der Umwelt sein.

Aber du meintest ja das Bild.

MONDTOCHTER / MOONDAUGHTER hat gesagt…

ich finde es keineswegs holprig, schönes gedicht :-)

lieben gruss und einen schönen tag
wünsche ich dir.

Ulf von Schellenberg hat gesagt…

Ich muss auch sagen, aller Ehren wert für den ersten Versuch!
Mir gefällts, habe ja ohnehin eine grosse Vorliebe für Drachen!

brunohs hat gesagt…

Mir gefällt es nartürlich auch. (Und das dunkle Layout deines Blogs, finde ich auch nicht schlecht)