Samstag, 14. März 2009

Wegwerf Gesellschaft

Die Suche nach dem neuen Netzteil für mein Lappi hat mich auf Gedanken gebracht. Keine neuen aber lange nicht gedachte.

Ich finde es furchtbar, dass wir uns immer mehr zur Wegwerfgesellschaft entwickelt haben. In meinen nun fast 55 Jahren habe ich auch noch andere Zeiten gekannt. Da wurde nicht gleich weggeworfen. Flaschen waren immer mit Pfand. Und nicht jedes Lebensmittel wurde zigfach verpackt, bevor man es kaufte. Wenn ich in Supermärkten die Behälter für Verpackungen sehe, die man nach dem Einkauf wegwirft, wird mir schlecht. Zum Beispiel Corn Flakes. Die sind in einer Folientüte und dann in einem Karton. Den Karton lassen viele Käufer im Geschäft zurück. Er ist also unnötig. Und solche Beispiele gibt es viele.

Noch schlimmer finde ich die Sucht der Industrie, nur noch Wegwerfgeräte herzustellen. Die Kanne der Kaffeemaschine ist kaputt? Her mit einer neuen Kaffeemaschine. Ein Stecker am Kabel ist defekt? Kaufst du gleich ein ganzes Netzteil. Früher gab es Ersatzkannen oder einen Stecker, den man auswechseln konnte.

Auch bei Autos ist es nicht anders. Das Glas am Außenspiegel ist kaputt. Nein, das kann man nicht austauschen. Da muss für 300 Euro ein kompletter neuer Spiegel her.

Mich ärgert das maßlos. Nicht nur, dass wir mehr zahlen, nein, dieser ganze Elektro- und sonstiger Schrott belastet unsere Umwelt. Klar, ich verstehe natürlich, die Unternehmer wollen verdienen. Aber warum müssen wir Verbraucher uns das gefallen lassen?

Und wie ist es mit uns Menschen untereinander? Leben wir da nicht auch schon so eine Wegwerfmenthalität?

Meine Beziehung läuft nicht nach meiner Nase, weg mit dem Kerl? Meine Freundin hat einen eigenen Kopf, such ich mir ne Andere? Warum geben wir uns denn mit unseren Mitmenschen keine Mühe mehr? Gibt ja genug Andere?

Oder die Bosse. Meine Mitarbeiter verdienen zu viel und ich mache deshalb nicht genug Profit. Weg damit, ich hol mir Andere, die weniger verlangen. Diese Mitarbeiterin ist in der Gewerkschaft und organisiert Streiks? Pfui Teufel, ich verdächtige sie schnell des Diebstahls und entlasse sie. Menschenmaterial eben.

Sorry, ich muss mich mal eben übergeben.......

Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Hexe!
Das sind auch Dinge, die mich nerven, weil wir gar nicht so erzogen wurden, in der DDR nicht so leben konnten, und jetzt haben wir das Geld nicht, um dauernd "Neues" zu kaufen. Deshalb machen wir viel selber, reparieren, und verwenden es wieder, so lange es geht. Wir haben gelernt aus nicht viel "was" zu machen.
Jörg ist auf einen Bauernhof, ohne Vater aufgewachsen. Er kann mauern (ich auch), Auto´s reparieren, alles am Haus und im Garten machen, kennt sich mit so vielen Dingen aus. Aber das nützt ihm jetzt nicht mehr viel, oder uns,....mit so angeschlagener Gesundheit, reißen wir keine Bäume mehr aus.....
Liebe Grüße
Grey Owl

Hexe hat gesagt…

Ja, was man selbst reparieren kann machen wir auch. Aber z.B. der Stecker für das Kabel, den kannst du einfach nicht kaufen und der ist so gearbeitet, dass du ihn auch nicht reparieren kannst.

Werkatze hat gesagt…

Das passt zu einer Welt in der Dialekte als unerwünscht gelten. Mitarbeiter sobald sie das untere Management erreicht haben obwohl sie Deutsche sind einen Sprachkurs in Hochdeutsch machen müssen - sonst werden sie nicht anerkannt.

Man wegen dem Job so mobil sein muss, dass man keine räumlichen Bindungen machen kann.

Alles und jeder soll heute genormt und ohne jegliche Probleme ersetz- und Einsetzbar sein. Was nicht der neuesten Norm entstpricht ist taugt nichts.

Nur wer stellt diese Normen auf - und warum beugen wir uns diesem Dikatat? Oder wie könnten wir in der heutigen Gesellschaft leben und nicht die individuellen Besonderheiten haben?

Hexe hat gesagt…

Das stimmt Werkatze. Trotzdem meine ich, wir dürfen uns nicht völlig unterordnen.

Gerade Dialekte machen unser Land doch charmant.

Schön, dass du auch meinen Blog liest. Freu mich von dir zu hören.

Tom hat gesagt…

Hallo mein Schatz,
ja es wird immer Schlimmer, was mich am meisten Stört und für mich zum Unwort des Jahrzehnt gekürt werden sollet ist Flexibel, Wer heute nicht Flexibel ist, ist Müll.
Facharbeiter? brauchen wir nicht, Sie müssen nur Flexibel sein. Berufserfahrung? nein danke seihen Sie Flexibel, Was Sie müssen 200km zur Arbeit fahren? Na und? sein sie doch mal etwas Flexibel, 1,- Lohn? Na und seihen sie doch mal Flexibel .... ....
Furchtbar!

Dein Tom.

RUDHI-Daily hat gesagt…

Die Wegwerf-Gesellschaft wirft sich am Ende noch selber mit weg; das gibt Hoffnung - solange der Widerstand ein Gleichgewicht hält; im privaten Rahmen liegts ja nur an der eigenen Konsequenz; man darf sich nur nicht anstecken lassen, und sollte stets so konsequent umweltschonend wie nur möglich wirtschaften...