Samstag, 11. Oktober 2008

Besuch aus Kolumbien

Gestern hatte SOLINGEN AKTIV, das unabhängige, kommunale Personenwahlbündnis, wo ich Mitglied bin, Besuch von zwei Frauen aus Kolumbien.

Sie waren im Rahmen des Frauenpolitischen Ratschlags nach Deutschland gekommen und verbrachten nun einen Tag in Solingen und berichteten am Abend bei einer Veranstaltung über ihre Heimat und ihre Arbeit.

Sandra Moreno Sánchez

Sie ist 33 Jahre alt und hat einen 15jährigen Sohn. Sie arbeitet in dem Institut CED-INS (Vereinigung für Erziehung, Entwicklung und Forschung). Dort hat sie im Ausbildungsprojekt für Gewerkschafter und Frauen gearbeitet. Zurzeit leitet sie ein Projekt „Economiá Solidaria“, das CED-INS mit anderen Organisationen durchführt. Ihr großes Ziel ist es, ihr Studium der Psychologie zu beenden. Sie denkt, dass das ihr hilft für das tägliche Leben und das Übrige, auch in dem Konflikt in dem Kolumbien lebt, wo man den Krieg und Widerstand verbindet, die Hoffnung und die Würde. (Zitat aus dem Länderbericht Frauenpolitischer Ratschlag)




Zulma Rojas

Sie ist Kolumbianerin, ledig, Rechtsanwältin, 32 Jahre alt. Sie gehört zur MODEP – Movimiento por la Defensa de los Derechos del Pueblo – Bewegung für die Verteidigung der

Rechte des Volkes. MODEP ist eine politische, soziale Organisation, die für eine demokratische, patriotische und

antiimperialistische Gesellschaft kämpft, die ermöglicht, die wichtigen Probleme des Landes Kolumbien zu lösen.

In dieser Organisation war sie zunächst als

Studentin (bis 1996), dann Rechtsberaterin bei der Organisation ADDHIP (bis 1998) und jetzt ist sie Teil der Koordination der Stadtteile der MODEP

in Bogotá, wo sie an verschiedenen Arbeiten teilnimmt unter anderem auch im Bereich der Frauen. (Zitat Länderbericht Frauenpolitischer Ratschlag)



Da beide Frauen in der letzten Woche nach dem Frauenpolitischen Ratschlag sehr viele Besuche in politischen Gruppen gemacht hatten, entschlossen wir uns bewusst, ihnen auch mal einen touristischen Tag mit Sightseeing zu bieten.

Mittags stand aber erst noch eine Begrüßung durch die Solinger Bürgermeisterin Ulla Feldhaus auf dem Programm.

Von links: Regine, eine unserer Ratsfrauen, Sandra, Frau Feldhaus und Zulma

Nachdem sich Frau Feldhaus fast eine Stunde Zeit genommen hatte, verabschiedete sie sich und überreichte allen Anwesenden ein echtes Solinger Zöppken. Wir hatten einen Tisch in einem netten Fischrestaurant bestellt und hatten ein wirklich gemütliches Mittagessen mit viel Lachen. Leider konnten wir kein ausreichendes Spanisch, so dass die Dolmetscherin Brigitte eine Menge Arbeit bekam.



Anschließend fuhren wir bei dem wunderbaren Sonnenschein nach Schloss Burg, wo wir unsere schöne heimatliche Burg zeigen konnten. Sandra und Zulma zeigten sich sehr interessiert.

Hier Sandra bei einer kleinen Rast in der strahlenden Sonne.














Aber auch für einen Spaß waren die Beiden zu haben. Und die abschließende
Fahrt mit der Seilbahn sorgte für viel Lachen.





Als Abschluss des wundervollen und interessanten Tages gab es dann a
bends noch eine Podiumsdiskussion mit unseren beiden Ratsfrauen Regine und Gabi und den beiden Kolumbianerinnen. Wir hatten reichlich Gelegenheit Fragen zu stellen und ich habe mich sehr gewundert, wie trotz aller Gegensätzlickeit, die schlechten Seiten des Kapitalismus sich überall zeigen.

Regine und ich hatten Gelegenheit, Zulma und Sandra je eine CD von Triskehle zu schenken und nun wird unsere Musik wohl auch in Kolumbien einmal zu hören sein.

Ich freue mich immer wieder, was für interessante Dinge das Leben doch für uns bereit hält. Man muss nur bereit sein, etwas dafür zu tun.


Kommentare:

der Schreiber hat gesagt…

Sehr interessanter Bericht, Für Regine und dich war es bestimmt sehr interessant, mal andere Frauen kennen zu lernen die sich auch sehr angagieren, nur in einem anderen Land. Aber alles Frauen in guten Positionen, Rechtsanwälte, angehenden Psychologin. Eigentlich alles Frauen, die auch in ihrem Land etwas bewegen können undn nartürlich auch bewegen sollen und müssen!

Anonym hat gesagt…

Schöner Bericht über einen außergewöhnlich schönen und interessanten Tag!
Gruß
Lidania

Hexe hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Hexe hat gesagt…

@der Schreiber
Ja, es war wirklich sehr interessant.
Aber auch wenn beide Frauen in unseren Augen gute Positionen haben, ist ihre Arbeit nicht einfach. Oft sogar lebensgefährlich. Allein in den letzten 12 Monaten wurden in Kolumbien 40 Gewerkschafter ermordet. Jeder Präsidentschaftskandidat aus einer linken Partei ist bisher ermordet worden. Das Land ist faschistoid regiert und Paramiltärs haben eigentlich das Sagen. Diese wiederum werden von der Industrie und den Banken bezahlt. Auch z.B. von US amerikanischen Unternehmen.

Außerdem wird der Kokainanbau paramilitärisch überwacht und auch hier sind viele Tote zu beklagen. Die Bauern werden fast wie Leibeigene behandelt und haben kein eigenes Land. Es gibt nur Großgrundbesitzer.

Gerade für Frauen ist politische Arbeit unter diesen Umständen sehr schwierig und gefährlich. Ich bewundere da besonders Sandra, die alleinerziehend ist und auch da eine hohe Verantwortung trägt.

Margo

(Der gelöschte Kommentar war von mir selbst, ich hatte noch ein paar Dinge vergessen zu sagen, deshalb hier neu.)