Donnerstag, 17. Juli 2008

Stalking - Ein modernes Übel?

Seit einigen Jahren wird immer mehr von Stalking geredet. Bislang dachte ich, das betrifft nur Stars oder Prominente. Zum Beispiel gab es Stalking Angriffe auf Agnetha von Abba, Madonna, Steffi Graf oder Steven Spielberg.

Aus gegebenem Anlass habe ich mich mal kundig gemacht und mit Erstaunen festgestellt, dass es immer weiter um sich greift und eben Jeden treffen kann.

Laut Wikipedia werden die Täter in 6 Gruppen eingeteilt.


Gruppe Motivation Beziehungsverhältnis
1 Zurückgewiesene Stalker Gefühl der Demütigung, Zurückweisung unter anderem meist Ex-Partner / Freunde
2 Beziehungssuchende Stalker Fehlwahrnehmungen der Beziehungsbereitschaft des Opfers, häufig Liebeswahn Persönliches und weiteres Umfeld des Opfers
3 Intellektuell retardierte Stalker Ungenügende Sozialkompetenz, überschreiten Grenzen Persönliches und weiteres Umfeld (Nachbarschaft)
4 Rachsüchtige Stalker sehen sich durch ihre gestörte Persönlichkeit fälschlicherweise selbst als Opfer oder bilden sich ein, Opfer der Personen zu sein, denen sie nachstellen; Hilfe, die sie bekommen, nutzen sie zur fortgesetzten Rache und Befriedigung aus temporäres Umfeld (beispielsweise Arzt oder Rechtsanwalt als Opfer, jedermann im Umfeld des Opfers)
5 Erotomane, morbide, krankhafte Stalker Kontrolle/Dominanz - meist psychopathische Persönlichkeit Persönliches und weiteres Umfeld (Nachbarschaft)
6 Sadistische Stalker Gefühl der Befriedigung Persönliches und weiteres Umfeld

Rachsüchtige Stalker scheint es häufig zu geben. Mir tun diese Menschen einfach nur leid. Sowohl die Opfer aber besonders auch die Täter.

Was müssen das für Menschen sein? Sind sie gelangweilt, gestört oder warum tun sie das? Brauchen sie therapeutische Behandlung oder gibt sich das von allein?

Und vor allem, wie schützt man sich davor? Darf man selbst nicht mehr sein Leben leben, damit man solchen Menschen nicht begegnet? Und wieso werden gerade hilfsbereite, freundliche Leute Opfer?

Allerdings frage ich mich am meisten, gab es das in früheren Zeiten auch schon oder ist das ein Übel unserer modernen Zeit?

Kommentare:

Astraryllis hat gesagt…

Ich glaube auf dem Dorf hat es so etwas schon immer gegeben. Aber dort gehören einfach Neugier und Tratsch dazu.

Liebe Grüße,
Astraryllis.

Hexe hat gesagt…

Ja, das ist dann der übliche Klatsch.

Aber Stalking ist ja eher ein einzelner Täter, der eine einzelne Person verfolgt.

Aber danke für den Kommentar.

Anonym hat gesagt…

ich denke man sollte diesen Leuten keinerlei beachtung schenken. Sie sind einfach nur Krank im Kopf. Was versprechen sich diese Leute, wenn sie jemanden permanent belästigen? Ich kann es einfach nicht raffen was unsere Gesellschaft alles zustande bringen kann!

Hexe hat gesagt…

Ja, genau diese Gedabken habe ich auch.

Anonym hat gesagt…

Wie will man den Leuten keinerlei Beachtung schenken, wenn man selber Opfer ist?
Und wie weit diese Leute gehen kann man sich nur vorstellen wenn man selber sowas schon erlebt hat.

Es gruesst das Schaaf

Hexe hat gesagt…

Hm, wenn man Opfer ist, fällt das sicher sehr schwer. Vor Allem, wenn der/die Täter/in womöglich noch die Schwachstellen des Opfers kennt und nutzt.

Was ich aber wirklich besonders wichtig und interessant finde sind die Beweggründe. Oftmals scheinen die nicht nachzuvollziehen und es sieht aus, als ob von Täterseite aus nur Jemand gebraucht wird, um seinen persönlichen Frust abzubauen.

Wahrscheinlich kann da aber nur ein Therapeut wirklich in die Tiefen sehen.

Oberwurm hat gesagt…

Es gibt aber auch diejenigen, die gerne Opfer sind... und dies um jeden Preis provozieren. Diese Menschen haben dann überhaupt keinen Stalker in ihrer Nähe, sondern wünschen sich diesen nur, damit Sie aus ihrem tristen und langweiligen Alltag entfliehen können. Es soll sogar "Opfer" geben, die lügen über Krankheiten - z.B. Krebserkrankungen verbreiten nur um wieder ins Zentrum der Beobachtung zu rücken.

Das Agnetha von Abba, Madonna, Steffi Graf oder Steven Spielberg Opfer werden kann man noch nachvollziehen - aber was will jemand von z.B. einer unbedeutenden Hausfrau?? Das bleibt meiner Erkenntnis verschlossen.

Der Rachsüchtiger Stalker, den du ja besonders hervorgehoben hast sucht sich nach WIKI Ärzte oder Rechtsanwälte aus ... was will er denn von einer Durchschnittsperson?

Ausserdem musst du dich nicht beschweren, denn wer wie du immer wieder piesackt wie "Ich rede mit jedem, Würmer müssen draußen bleiben" oder "Ich habe Krebs und du bist schuld" will doch unbedingt in den Mittelpunkt. Wenn du dich mal zurückhalten würdest, dann würde man dich vielleicht übersehen .. aber genau davor hast du ja Angst..

Armes kleines Ding ...
Ich werde dass mal in meinem Blog aufgreifen.

Hexe hat gesagt…

Lieber Oberwurm,

kann es sein, dass du da etwas gründlich missverstanden hast?

In meinem Beitrag habe ich von keiner bestimmten Person gesprochen und erst recht nicht von mir.

Ich fand es nur interessant sich einmal damit zu beschäftigen, weil ich die Beweggründe dieser Menschen nicht verstehe. Genausowenig, wie diese anonymen Kommentare, denn wer etwas zu sagen hat, kann mit seinem Namen dazu stehen.

Aber irgendwie passt dein Beitrag auch wiederum dazu. Deshalb habe ich ihn auch veröffentlicht.

Stefanie Verdcheval hat gesagt…

Hm, der Beitrag von Oberwurm und deine Antwort darauf macht mich nachdenklich.

Ich frage mich nun Dreierlei:

1. Ihr scheint ja eine gemeinsame Geschichte zu haben, jedenfalls geht Oberwurm sehr ins Detail und du scheinst auch zu wissen, um was es geht.

2. Es muß ja einen Grundhaben, daß du die "Rachsüchtigen Stalker so hervorhebst.

3. Oberwurm bringt einen interessanten Aspekt: Stalker sind krank, keine Frage, aber gibt es dazu möglicherweise auch einen Gegenpol, also Leute, die bewußt oder unbewußt Stalker anziehen, es sogar fast genießen, bestalkt zu werden?
Weil sie eben die Aufmerksamkeit, des Stalkers, als auch derjenigen, die einem gegen den Stalker zur Seite stehen wollen genießen?

Ich denke, das ist eine Sichtweise, die oft völlig außer Acht gelassen wird!
Lieben Gruß

Stefanie Verdcheval

Hexe hat gesagt…

Wenn ich wüsste, wer Oberwurm ist, könnte ich das beantworten.

Also seine Sachen wie Krebserkrankung usw. kann ich nicht bestätigen, da etwas derartiges bei mir nicht vorliegt. Zum Glück.

Was den Aspekt betrifft, dass es Opfer gibt, die es anziehen und sich das vielleicht auch wünschen, so denke ich, auch das trifft sicherlich zu. So einen Fall habe ich auch schon kennengelernt. Aber darauf will ich nicht näher eingehen, denn die entsprechende Person leidet da sowieso schon arg darunter. Allerdings war diese Sache der Anlass, warum ich mich überhaupt damit beschäftigt habe.

Danke für deinen Kommentar Stefanie.

Margo

Freyfrau hat gesagt…

Glücklicherweise habe ich Stalking noch nie erlebt. Massive Grenzüberschreitungen jedoch schon. Das Internet bietet da auch wirklich eine gute Spielwiese. Aber zum Spielen braucht es immer zwei ;).
Mein Umgang mit meinen Grenzen und Raum verändert sich gerade sehr.
Ich könnte mir vorstellen, das Stalker Menschen sind, die mit der Wahrnehmung von Grenzen Probleme haben, evt. auch mit ihren eigenen Grenzen. Anscheinend fühlen sie sich auch im Recht, so massiv in den Raum eines anderen einzudringen.
Schutz bietet wahrscheinlich nur eine konsequente Abgrenzung und sich auf keine Diskussionen mit dem Stalker einzulassen. Ich würde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, die mir zur Verfügung stehen und mir überlegen ob, wie und wo ich bereitwillig diese Opferrolle annehme. Auch meine Motive für Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit würde ich einer gründlichen Prüfung unterziehen. Wo setze ich Grenzen und wann denke ich Nein, obwohl ich schon Ja gesagt habe.
Ob es das früher schon gab ? Keine Ahnung ... ich könnte mir vorstellen, das es in der heutigen Zeit einfacher ist jemanden zu bestalken. Telefon, Handy, Internet bieten da ja gute Möglichkeiten.

Ein spannendes Thema, das mich sehr zum Nachdenken anregt.

E liebs Griessli vo dr Freyfrau

Hexe hat gesagt…

Liebe Freyfrau,

schön mal wieder etwas von dir zu hören.

Ich finde, was du da schreibst ist sehr fundiert. Grenzüberschreitungen haben wir doch sicher Alle schon erlebt, gerade auch im Internet.

Aber das was ich meine und meiner Bekannten seit, wenn ich sie richtig verstanden habe, etwa 10 oder mehr Jahren passiert, ist nicht virtuell sondern real. In ihrem täglichen Leben, in ihrer Umgebung. Und sie bekommt, wie sie sagt, keine Hilfe von seiten der Behörden.

Aber deine Hinweise sind sicher richtig.

Margo

Freyfrau hat gesagt…

Liebe Margo,

Ja, ich weiss zur Zeit mache ich mich ziemlich rar, doch brauche ich sehr viel Zeit für mich ;) ... ist also nicht böse gemeint.

Im täglichen Leben bestalkt zu werden, stelle ich mir sehr bedrohlich vor ... Was die Behörden angeht, wurde nach meiner Information der Strafbestand der Nachstellung im deutschen Strafgesetzbuch eingeführt. Wie das allerdings in der Praxis umgesetzt wird, weiss ich nicht.
In der Schweiz gibt es für Stalking noch keinen eigenen Straftatbestand.
In Berlin gibt es anscheinend seit April 2008 die erste Beratungsstelle rund um das Theme Stalking. Vielleicht eine Möglichkeit für Deine Bekannte ?

Die Stalker müssen ja wirklich über viel freie Zeit verfügen, um ihren Opfern nachzustellen. Wenn ich so die Stalking-Handlungen durchlese, scheint es mir so, als würden die Nachstellungen die ganze Freizeit dieser Menschen in Anspruch nehmen. Krass !

E liebs Oobegriessli vo dr Freyfrau

Hexe hat gesagt…

Also, diese Beratungsstelle macht meiner Meinung nach Sinn.

Ob es für K. einen Sinn macht weiß ich nicht, denn sie ist momentan nicht ansprechbar. Aber so wie ich ihre Geschichte bisher mitbekommen habe (nicht sehr genau allerdings) hat sie schon alles mögliche unternommen.

Mach dir keine Gedanken, ich versteh dich schon. Werden auch wieder andere Zeiten kommen. Ich wünsch dir alles Gute Freyfrau.

Margo